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Bevor das Handy kam

Der Zürcher Peter Volkart zeigt in «Subito», wie wichtig die Polaroid-Kamera war und welche Wiederauferstehung sie erlebt.

Wunder des analogen Zeitalters: die Sofortbildkamera.
Wunder des analogen Zeitalters: die Sofortbildkamera.

Der Zürcher Peter Volkart ist ein begnadeter Fabulierer und Bild-Erfinder. Oder Bilder-Finder: Alte Werbefilme, anonyme Fotos vom Flohmarkt und andere Fundstücke destilliert er zu wunderbar surrealistisch-versponnenen Kurzfilmen. Sie handeln etwa von der Suche nach dem sagenhaften Antigravitätspunkt («Terra incognita») oder der amüsanten Tristesse eines fiktiven Inselstaats («Subotika»). Dem unverwechsel­baren Stil jener Perlen bleibt der vielfach ausgezeichnete Regisseur nun auch in «Subito» treu, seinem ersten langen Dokumentarfilm, in dem es um eine popkulturell extrem einflussreiche Bildmaschine geht: die Polaroid-Sofortbildkamera.

Von der avancierten Technologie von Gestern zur nostalgischen Sehnsucht von Heute.

Ersonnen 1943 vom Tüftler Dr. Edwin Land, eroberte das Bild, das sich in kürzester Zeit selbst entwickelt, rasch die knipsenden Massen der Nachkriegsjahre. «Subito» zeichnet diesen Siegeszug nach, und dabei lernen wir einiges über die Kunst der Vermarktung. Zu dieser gehörte auch das gezielte Umwerben von Künstlern. Viele von ihnen machten Gebrauch von dem Wunderding, die Beispiele reichen von Andy Warhols Schnappschüssen bis zu William Wegmans skurrilen Hundeporträts.

Video: Vimeo/RECK Filmproduktion

Aber noch während Dr. Land seine Vision einer Kamera beschwört, die im Alltag so selbstverständlich omnipräsent ist wie ein Stift, schickt sich der digitale Fortschritt an, sie zu verwirklichen – und dabei sein Lebenswerk obsolet zu machen. Doch die Geschichte des Sofortbilds ist auch die einer unwahrscheinlichen Wiederauferstehung, bewirkt von einigen abenteuerlustigen Aficionados. Denn wenn man nur lang genug wartet, wird die avancierte Technologie von Gestern zur nostalgischen Sehnsucht von Heute.

Houdini Badenerstr. 173 11.30 Uhr, 21.10 Uhr, Do 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Peter Volkartwww.kinohoudini.ch

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