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Das Geld ist im Grab versteckt

Im Film «Le miracle du saint inconnu» sucht ein Dieb nach seiner versteckten Beute und landet in einem seltsamen Dorf.

Ist jetzt ein Mausoleum: Darunter liegt sehr viel Geld vergraben.
Ist jetzt ein Mausoleum: Darunter liegt sehr viel Geld vergraben.

Die Idee war schlau: Um eine Tasche voller Geld zu verstecken, hat ein Dieb kurzerhand ein Grab in der Wüste angelegt; nun ist er wieder auf freiem Fuss und will die Beute zurückholen. Aber wir sind nicht im wilden amerikanischen Westen, sondern irgendwo in der Wüste des Maghreb – und über seiner Tasche ist in der Zwischenzeit ein Mausoleum gebaut worden.

Wieder in Besitz des Geldes zu kommen, erweist sich deshalb als schwieriges Unterfangen. Tagsüber kommen die Pilger, nachts wird das Mausoleum von einem Schäferhund bewacht. Sogar ein kleines Dorf ist hier entstanden, voller absurder Gestalten: Da ist ein hinterlistiger Friseur, der auch als Zahnarzt arbeitet; ein Arzt und sein Gehilfe, die sich zu Tode langweilen, haben ihren Spass daran, den frommen Dorfbewohnern böse Streiche zu spielen; ein archaischer Bauer erhofft sich mit übermenschlicher Sturheit ein heftiges Gewitter vom «Heiligen Unbekannten».

Ist dies also ein religionskritischer arabischer Western? Zwar ist die Metapher des Mausoleums, das auf einer Tasche Geld gebaut wird, tatsächlich explosives Material. Der 30-jährige marokkanische Filmemacher Alaa Eddine Aljem geht damit jedoch fast enttäuschend sorgfältig um. Ihn interessieren nicht die grossen Fragen, sondern die kleinen Abenteuer der Dorfbewohner, die er in einem Mosaik von bedächtig erzählten und manchmal nur lose zusammenhängenden Episoden darstellt.

Eine verpasste Chance? Vielleicht. Aber die trockenen, minimalistischen Dialoge verfehlen ihre Wirkung nicht: Man kann nicht anders, als über die menschliche Dummheit zu lachen. Und man tut es – dank dem stets empathischen Blick des Regisseurs – mit viel Zuneigung für die Protagonisten dieser Komödie.

Houdini / Stüssihof

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