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Das ist die neue Kinovorschau

Ein Mädchen auf Indiana Jones’ Spuren und ein neuer Film über den Pazifikkrieg. Das sind die neuen Filme der Woche.

Hier gehts lang: Dora auf dem Weg zur Goldenen Stadt.
Hier gehts lang: Dora auf dem Weg zur Goldenen Stadt.

Dora und die Goldene Stadt

Kinderfilm von James Bobin, USA/Mex/AUS 2019; 102 min., ab 6 Jahren

Im Dschungel kennt sich Dora (Isabela Moner) aus. Die Highschool, auf die sie ihre Forscher-Eltern schicken, ist dagegen unbekanntes Terrain. Weil Schatzräuber es auf eine verschollene Inka-Stadt abgesehen haben, wird die aufgedrehte 16-Jährige mit drei Schulkameraden nach Peru entführt – sie soll den Verbrechern bei einer Expedition in den Urwald helfen.

Die US-Zeichentrickserie, auf der diese Realverfilmung von James Bobin («Muppets Most Wanted») basiert, war ursprünglich für Kinder mit lateinamerikanischem Hintergrund gedacht. Der Kinofilm ist etwas für Indiana-Jones-Fans und solche, die es noch werden wollen. (SZ)

Bruno Manser: Die Stimme des Regenwaldes

Drama von Niklaus Hilber, CH 2019; 141 min.

1984 kam der Basler Bruno Manser (Sven Schelker) auf der Suche nach dem Naturzustand zum Volk der Penan im Dschungel von Borneo. Dort fand er Heimat und liess den inneren Rousseau raus im erstaunlichen Prozess einer kulturellen Verschmelzung. Er war umweltpolitisch derart hörbar, weltweit, dass er zum Dorn wurde im Fleisch der malaysischen Regierung.

Ein recht differenzierter Film ist das eigentlich: Porträt eines leidenschaftlichen Mannes zwischen Rechthaben und Rechthaberei. Und doch: Der Hang zum Romantizismus läuft gern aus dem Ruder, visuell und musikalisch, tief hinein in die saucige Sentimentalität. Der Naturzustand wird dann tönende Postkarte. (csr)

Deutschstunde

Drama von Christian Schwochow, D 2019; 130 min.

Ein Nordseedorf während des Zweiten Weltkriegs. Die Leiden des jungen Siggi (Levi Eisenblätter), der den Maler Nansen (Tobias Moretti) verehrt und mag, aber ihn auch bespitzeln soll im Auftrag seines Vaters, des Dorfpolizisten (Ulrich Noethen) – Berlin hat Nansen ein Malverbot verpasst.

Die Frage nach den Freuden der Pflicht. Und das Dilemma der Lachmöwen im Dienst. Eine Neuverfilmung, fünfzig Jahre nach Erscheinen des grossen Romans von Siegfried Lenz, von Christian Schwochow, nach dem Drehbuch seiner Mutter Heide. Es gehe um Extremsituationen, in denen es schier unmöglich ist, das Richtige zu tun, sagt Heide Schwochow: Das ist bei einem Film die Höhe der Kunst. (SZ)

Lara

Tragikomödie von Jan-Ole Gerster, D 2019; 98 min.

Lara (Corinna Harfouch) feiert ihren 60. Geburtstag, und am selben Abend hat ihr Sohn (Tom Schilling) ein wichtiges Klavierkonzert. Sie selbst ist als Pianistin gescheitert, umso mehr hat Lara ihren Sohn von klein auf angetrieben. Allerdings hat er vor Wochen schon den Kontakt zu ihr abgebrochen. Ans Konzert will sie trotzdem. Wie Jan-Ole Gersters «Oh Boy», so spielt auch «Lara» an einem Tag in Berlin. Aber wo seine letzte Regiearbeit eine Komödie im Stil von Woody Allen war, ist der aktuelle Film ein Familiendrama mit düsterem Humor. Harfouch spielt das Muttermonster erschreckend, mitunter kann man ihr kaum noch zusehen. Sehr böse ist das. (ggs)

Midway

Kriegsfilm von Roland Emmerich, USA/China 2019; 138 min.

Pearl Harbour wieder gutmachen: Das ist die Motivation einer Gruppe von Soldaten, die im Pazifikkrieg auf der Seite der Amerikaner in den Kampf ziehen. Mitten im Pazifischen Ozean kommt es zur berühmten Schlacht von Midway – ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg.

Wie schon der erste Midway-Film aus dem Jahr 1976 bezieht auch die neue Version die japanische Perspektive mit ein. Das wars dann aber auch in Sachen Komplexität; ansonsten setzt Emmerich, wie stets, ganz auf Schauwerte. Nur, dass das Spektakel diesmal seltsam lustlos und gleichförmig daherkommt. (foe)

Die Rückkehr der Wölfe

Dokumentarfilm von Thomas Horat, CH 2019; 90 min.

Ist der Wolf eine Gefahr für Nutztiere und Menschen? Wieso fürchten wir dieses Raubtier? Um diese Fragen zu beantworten, begibt sich der Schweizer Regisseur Thomas Horat («Alpsummer») auf eine Reise durch Europa und in den US-Staat Minnesota – dorthin, wo Mensch und Wolf seit je zusammenleben.

Die Koexistenz der beiden Spezies ist nicht nur möglich, sondern auch wünschenswert: Dies ist die klare Botschaft des Films. Sie wird aber nicht missionarisch verkündet, sondern aufklärerisch. Skeptische Hirten kommen ebenso zu Wort wie begeisterte Forscher, was ein differenziertes Verständnis des «Problems Wolf» ermöglicht. (pfb)

Zombieland: Double Tap

Komödie von Ruben Fleischer, USA 2019; 99 min.

Zehn Jahre nach dem Überraschungshit greifen die quasselnden Zombiejäger wieder zu den Waffen. Und sie haben Verstärkung bekommen: Neben dem Originalquartett (Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin) spielen nun auch Rosario Dawson oder Luke Wilson mit. Dass er einen Minivan steuern muss, um der entflohenen Little Rock (Breslin) nachzujagen, ist für Tallahassee (Harrelson) das Letzte. Aber dann findet er im Hound Dog Hotel in Memphis Befriedigung.

Das überdrehte Roadmovie lebt von einer unfassbaren Häufung an Sarkasmus und Overacting, was den Figuren leider viel von ihrer Kauzigkeit nimmt. Konsequent, um nicht zu sagen folgerichtig behämmert ist, dass sich alle in einer waffenfreien Hippiekommune zum letzten Gefecht sammeln. (zas)

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