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Das läuft diese Woche in den Zürcher Kinos

Dramen, Dokus und ein Stummfilmfestival: So beginnt das Jahr in den Kinos.

Ein Schatz aus der Anfangszeit des Kinos: «Das alte Gesetz».
Ein Schatz aus der Anfangszeit des Kinos: «Das alte Gesetz».

Cómprame un revolver

Von Julio Hernández Cordón, Mex/Kol 2018; 84 min.Science-Fiction

Im Mexiko der dystopischen Zukunft lassen Narcos reihenweise Frauen verschwinden. Das Mädchen Huck trägt eine Maske, um sich als Junge auszugeben, und riskiert zusammen mit anderen Kindern die Flucht vom Baseballplatz, auf dem sich sein Vater als Platzwart für die Drogenhändler verdingt.

Zwischen «Huckleberry Finn» und «Mad Max» wollte der mexikanisch-gu­a­te­mal­te­kische Regisseur Julio Hernández Cordón diese düstere Zukunftsvision über Vaterschaft, Freundschaft und totalitäre Willkür ansiedeln. Das kommt sicher hin, und dass sich die Kinder mit auf den Rücken geschnallten Gebüschen tarnen, ist auch eine gute Idee. Aber sonst? Ansatzweise ganz spannend, aber insgesamt halb gar. (blu)

An Elephant Sitting Still

Von Hu Bo, China 2018; 230 min.Drama

In der Peripherie einer chinesischen Grossstadt verflechten sich auf verhängnisvolle Weise die Geschichten vierer Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sie verbindet, ist das Verlangen, einen Zirkuselefanten zu sehen, der angeblich nichts anderes tut, als die ihn umgebende Welt zu ignorieren.

Hu Bo gibt mit diesem pessimistischen Werk ein grossartiges Debüt. Sein Film ist eine kompromisslose Abrechnung nicht nur mit der chinesischen Gesellschaft, sondern mit jeder Form menschlichen Zusammenlebens. Leider wird dieser auch in ästhetischer Hinsicht überwältigende Film sein letzter sein; kurz vor dem Erscheinen setzte Hu Bo seinem Leben mit erst 29 Jahren ein Ende. (pfb)

Life Itself

Von Dan Fogelman, USA 2018; 117 min. Drama

Ein Mann (Oscar Isaac) sitzt bei der Psychiaterin. Er und seine Frau (Olivia Wilde) waren glücklich und erwarteten ein Kind, doch ein Unfall veränderte alles -- nicht nur im Leben der beiden, sondern auch in dem vieler anderer Menschen.

Dan Fogelman («This Is Us») spielt mit dem Erzählmittel des unzuverlässigen Erzählers, dies mit der Subtilität einer Dampfwalze. Ähnlich plakativ sind seine Versuche, das Publikum mit den Schicksalen der Figuren zu rühren. Dafür entschädigen weder die Darstellerriege (neben Isaac und Wilde Samuel L. Jackson, Antonio Banderas, Annette Bening etc.) noch die Bob-Dylan-Songs im Soundtrack. (ggs)

The Oslo Diaries

Von Mor Loushy und Daniel Sivan, Isr/Ka 2018; 97 min. Dokumentarfilm

Man kann sich gut an das Bild von 1993 erinnern: Yitzhak Rabin und Yassir Arafat geben sich auf dem Rasen des weissen Hauses die Hand; hinter den beiden steht Bill Clinton. Der Dokumentarfilm von Mor Loushy und Daniel Sivan erklärt, was dahintersteckt. Rabin und Arafat haben in Norwegen die sogenannten Oslo-Verträge ausgehandelt, die Palästinenser und Israelis dazu verpflichteten, eine gemeinsame Lösung des Konflikts zu finden. Anhand von Tagebucheinträgen, Interviews und bisher unbekanntem Archivmaterial wird die streng geheime Verhandlung aufgerollt.

ICZ Gemeindezentrum, Lavaterstrasse 33, Mittwoch 9. Januar, 19.30 Uhr

Stummfilmfestival 2019

Filmfestival

Das 16. Stummfilmfestival im Filmpodium eröffnet mit den betörend restaurierten Bildern von Ewald André Duponts «Das alte Gesetz» (1923): Die Emanzipationsgeschichte eines jungen Juden (Ernst Deutsch) wurde dieses Jahr an der Berlinale als zeit­genössisch eingefärbte Premierenfassung in ursprünglicher Länge uraufgeführt. Sollte man sich geben, dauert mit 135 Minuten allerdings deutlich länger als der knappe Spass von Ernst Lubitschs «Die Austernprinzessin» (1919), eine Verwechslungskomödie voller Klamauk und Hintersinn von einer knappen Stunde. Und von der Prinzessin kommt ein Satz, den man in vielen Lebenslagen brauchen kann: «Stellen Sie bitte den Herrn weg!» (blu)

Filmpodium, Do 3. – Fr 15.1. «Das alte Gesetz»: Do 3.1., 20.15 Uhr, mit Livebegleitung

«Die Austernprinzessin»: Do 24.1., 20.45 Uhr, mit Livebegleitung

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