Vier neue Filme – und die Kritik dazu

Ein Mann findet dank Synchronschwimmen aus seiner Midlife-Krise und ein Verhör gerät ausser Kontrolle: Das sind die Kinostarts dieser Woche.

Macht einen nicht alltäglichen Fund: Polizist Eberhofer (Sebastian Bezzel, 2. v. r.) entdeckt eine Leiche im Wagen seines Vaters.

Macht einen nicht alltäglichen Fund: Polizist Eberhofer (Sebastian Bezzel, 2. v. r.) entdeckt eine Leiche im Wagen seines Vaters.

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Au poste!Von Quentin Dupieux, F 2018; 117 min.
Komödie

Spätnachts in einem altmodisch anmutenden Polizeirevier: Ein in einem Mordfall ermittelnder Polizist (Benoît Poelvoorde) verhört einen seine Unschuld beteuernden Mann (Grégoire Ludig). Als er einen einäugigen Kollegen bittet, den Verdächtigen in seiner Abwesenheit zu bewachen, gerät die Situation schnell ausser Kontrolle.
Die absurde Komödie von Quentin Dupieux («Rubber») zieht ihre Kraft einerseits aus dem famosen Spiel seiner Hauptdarsteller und andererseits aus dem inszenatorischen Minimalismus. Gerade die vermeintliche Vertrautheit von Schauplatz und Erzählung sorgen dafür, dass man sich auf dieser Polizeistation zu keinem Moment sicher fühlen kann. (foe)

Riffraff

Schauplatz Polizeiposten: «Au poste!». Video: YouTube/Praesens-Film

The Guernsey Literary & Potato Peel Pie SocietyVon Mike Newell, GB/F 2018; 124 min.
Drama

Nachkriegszeit: Eine junge Gesellschaftsautorin (hölzern: Lily James) arbeitet sich an einem Buch über das schräge Grossbritannien ab (es gibt einen Verein, der dafür kämpft, dass Pferde Hosen tragen!). Dann erfährt sie von einem speziellen Lesezirkel, der sich während der deutschen Besetzung auf Guernsey gegründet hat. Viel das spannendere Thema, denkt sie und fährt hin.
Der Film ist mittelspannend. Die Inselbewohner verbergen etwas vor der Autorin, und Regisseur Mike Newell («Four Weddings and a Funeral») versucht, eine Detektivgeschichte daraus zu machen. Die gerät dünn, anspruchsvoll ist nur der Titel. Aber die Kostüme und das Szenenbild sind toll. (ase)

Arthouse Alba, Corso, Kosmos

Dünne Dedektivgeschichte, anspruchsvoller Titel: «The Guernsey Literary & Potato Peel Pie Society». Video: YouTube/StudiocanalUK

The MegVon Jon Turteltaub, USA/China 2018; 113 min.
Horror

Mega-Ärger unter Wasser: Bei einer Erkundungstour in den Mariannengraben haben Meeresforscher einen Megalodon, einen prähistorischen Riesenhai, aufgescheucht. Der futtert jetzt alles weg, was ihm in die Quere kommt: Schiffe, Schwimmer, kleine Hunde, Unterwasserstationen. Dann mischt sich auch noch ein Tauch-Rambo (Jason Statham) ein. Das geht nicht gut aus. Für den Hai.
Regisseur Jon Turteltaub («National Treasure») schafft es nicht, an das inzwischen hochgradig ironische Genre des Haifilms Anschluss zu finden. Weil ihm keine besseren Witze einfallen als Leute, die lustig vom Problemhai weggemampft werden, wirkt dieser Film selbst wie ein prähistorisches Urviech. (SZ)

Abaton, Arena, Metropol

Für den Hai wird es nicht gut ausgehen: «The Meg». Video: YouTube/WarnerBrosSwitzerland

SauerkrautkomaVon Ed Herzog, D 2018; 97 min.
Komödie

Seine Freundin drängt auf Ehe, sein Vorgesetzter befördert ihn nach München weg, und seinem Papa wird das Auto gestohlen – logisch, ist Polizist Eberhofer (Sebastian Bezzel) noch grantiger als sonst. Da taucht Papas Auto wieder auf, samt Leiche im Kofferraum.
Der Krimiplot ist nur Nebensache in dieser Provinzschrullenkomödie. «Sauerkrautkoma» serviert eine grosse Portion bayrischen Milieu-Ulk, von skurril bis unterirdisch derb, rund um die g’spinnerten Käuze vom Land, mit denen der maulfaule Held sich rumschlagen muss. Bei der mittlerweile fünften Eberhofer-Geschichte schmeckt es aber etwas aufgewärmt. (jum)

Capitol

Provinzschrullenkomödie aus Bayern: «Sauerkrautkoma». Video: YouTube/Constantin Films

Swimming with MenVon Oliver Parker, GB 2018; 103 min.
Komödie

Der Buchhalter Eric (der englische Komiker Rob Brydon) ist entfremdet von Frau und Sohn, sein Job langweilt ihn. Da findet er die Erlösung in einem Synchronschwimmteam.
Dem Filmgenre Mensch-findet-auf-lustigem-Weg-aus-der-Midlife-Krise-heraus fügt der britische Regisseur Oliver Parker vielleicht nichts umstürzend Neues hinzu. Aber er zeigt die bleichen, muskelarmen Männerkörper seiner Figuren in so schönen Unterwasseraufnahmen, dass seine Feelgood-Komödie sich weniger wie das kalte Chlorbecken als wie die warme Dusche im Anschluss anfühlt. (SZ)

Arthouse Piccadilly, Houdini

Ein Mann findet Erlösung in einem Synchronschwimmteam: «Swimming with Men». Video: YouTube/Ascot Elite

(Züritipp)

Erstellt: 08.08.2018, 16:05 Uhr

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