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Das Schloss gerät in Aufregung

Im Kinofilm zur Serie «Downton Abbey» besucht das Königspaar den britischen Landsitz. Dafür kehrt sogar der alte Butler zurück.

Er waltet wieder auf Downton Abbey: Der Butler Mr. Carson (Jim Carter).
Er waltet wieder auf Downton Abbey: Der Butler Mr. Carson (Jim Carter).

Vier Jahre ist es her, dass die englische Serie «Downton Abbey» nach der sechsten Staffel und einem Weihnachts-Special zu Ende ging. Nun winkt ein Wiedersehen mit der immens stilvollen Adels­familie Crawley und ihrer Dienerschaft, mit den prächtigen Roben und silbernen Teegedecken.

Die Kinofortsetzung kommt als Weihnachts-Special de luxe daher, ein bewusst eska­pistischer Trost für die weltweite Fangemeinde: Mag das Brexit-­Chaos noch so toben, auf Downton Abbey werden auf immer Tradition, Beständigkeit und ein Crawley herrschen.

So darf denn auch der viel geliebte Mr. Carson (Jim Carter), dessen Parkinson plötzlich kein Thema mehr ist, wieder als Butler walten. Lady Mary (Michelle Dockery) holt ihn 1927 kurzzeitig aus dem Ruhestand, damit er bei einer delikaten Aufgabe hilft: König George V. und Queen Mary werden den Landsitz der Crawleys mit einem Besuch beehren.

Wobei die Diener­schaft des Hauses von dieser Nachricht noch elektrisierter zu sein scheint als die Herrschaft. Ihre Freude weicht Enttäuschung, als klar wird, dass gar nicht sie den König bekochen und bedienen darf, sondern dessen eigenes versnobtes Personal das übernehmen soll.

Es ist von unbekümmerter Albernheit, wie der eingefleischte Royalist Julian Fellowes (Serienschöpfer und Drehbuchautor) den Klassenkampf auf Downton Abbey imaginiert: ein mit Pennäler-Streichen ausgetragenes Gerangel unter Bediensteten darum, wer den Majestäten denn nun die Charlotte russe reichen darf.

Auch Maggie Smith als giftelnde Aristokratin ist wieder sehr lustig («Ich streite mich nicht, ich erkläre!»). Doch das Skript ist mit gut 20 Hauptfiguren und diversen Subplots hoffnungslos überladen. Die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sich all die angerissenen Konflikte in Wohlgefallen auflösen und jeder verbliebene Topf seinen Deckel findet, wirkt irgendwann etwas lächer­lich. Nichts und niemand kommt wirklich zur Geltung, nicht einmal die Abendroben und das Silber. Wobei, das Silber schlägt sich eigentlich ganz gut.

Wer bereits ein glühender Fan der Serie ist, wird über solche Schwächen wohl hinwegsehen. Wer sie aber noch nicht kennt und liebt, wird sich angesichts der Kinoversion etwas wundern, wie aus «Downton Abbey» solch ein popkulturelles Phänomen werden konnte.

In diversen Kinos

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