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Das sind die aktuellen Kinofilme

Egal ob Drama-, Horror-, Dokumentar- oder Animationsfilm. Die Kinostarts in dieser Woche treffen jeden Geschmack.

Im Film «Minuscule 2» erleben Käfer das Abenteuer ihres Lebens.
Im Film «Minuscule 2» erleben Käfer das Abenteuer ihres Lebens.

Boy Erased

Von Joel Edgerton, USA 2018; 115 min.Drama

Der 19-jährige Jared (Lucas Hedges) fühlt sich zu Männern hingezogen. Sein Vater (Russell Crowe), ein Baptistenprediger in den Südstaaten, steckt ihn darauf in eine Reparativtherapie. Dort geht man davon aus, dass Homosexualität eine Geisteskrankheit ist und mit drastischen Mitteln geheilt werden kann. Der Film basiert auf Garrard Conleys gleichnamiger Autobiografie. Regisseur Joel Edgerton, der auch den autoritären Cheftherapeuten der Korrekturanstalt verkörpert, vermag aus Jareds Kampf gegen die drohende Gehirnwäsche jedoch kaum Spannung zu ziehen. Die Figurenzeichnung bleibt dürftig, die Dramaturgie berechenbar. (zas)

Arena, Arthouse Movie, Capitol, Kosmos

Der goldene Handschuh

Von Fatih Akin, D 2019; 115 min.Horror

Ab 1970 vergewaltigt, erwürgt und zerstückelt Fritz Honka (Jonas Dassler) in seiner Dachwohnung in Hamburg mehrere Frauen. Viele von ihnen sind Gelegenheitsprostituierte, die er in seiner Stammkneipe «Zum Goldenen Handschuh» kennen gelernt hat.

Vom rabiaten Witz aus Heinz Strunks Tatsachenroman ist nicht mehr viel übrig in Fatih Akins Adaption, die ein regelrechter BRD-Horrorfilm geworden ist: Schlagersongs, flaschenweise Korn, Nippes und Pin-ups bevölkern die drastischen Szenen. Die Ausstattung ist detailgetreu und sehr sorgfältig – wie auch die Umsetzung insgesamt, die weder beschönigt noch karikiert. Es ist zum Aushalten. (blu)

Houdini

Minuscule 2: Les mandibules du bout du monde

Von Hélène Giraud und Thomas Szabo, F 2018; 92 min.Animation

Der Winter kommt ins Tal der Ameisen. Dort müssen nun Vorräte angelegt werden für die kalte Jahreszeit. Der keckste Käfer treibt es dabei zu bunt. Und findet sich – flugs – am andern Ende der Welt wieder.

Hélène Giraud und Thomas Szabo operieren auch in der Karibik mit dem, was den Erfolg ihrer TV-Serie und des ersten Kinofilms ausmachte: Sie integrieren ihre computeranimierten Insekten in reale Landschaften. Es braucht zwar einige Drehbuchkniffe, bis die Käfer in der Südsee ankommen. Aber es lohnt sich: Dort gibt es noch spektakulärere Tiere. Und die Menschen – sie wollen einen Strand touristisch entwickeln – benehmen sich so garstig, dass sie in die Schranken verwiesen werden müssen. (ml)

Abaton, Arena, Capitol, Houdini, Kosmos

Three Identical Strangers

Von Tim Wardle, GB/USA 2018, 96 min.Dokumentarfilm

An seinem ersten Tag an der Uni wird Bobby Shafran von wildfremden Mädchen auf den Mund geküsst: Man hält ihn für Eddy Gallant, der sich als sein eineiiger Zwillingsbruder erweist. Bald zeigt sich, dass ein dritter Bruder, David Kellman, ebenfalls in einer Adoptivfamilie aufgewachsen ist.

Zu Beginn herrscht bei den Drillingen eitel Freude darüber, dass sie einander gefunden haben. Dann aber wird immer deutlicher, dass sie keineswegs per Zufall getrennt aufgewachsen sind. Und je länger dieser spannende Film dauert, desto mulmiger wird einem. Grossartig! (bod)

Arthouse Piccadilly, Kosmos

Vice

Von Adam McKay, USA 2018; 132 min.Biopic

Dick Cheney (Christian Bale) beginnt seine politische Karriere, indem er für Donald Rumsfeld arbeitet. Auf seinem Höhepunkt ist er, als er als Vizepräsident von George W. Bush 2001 ins Weisse Haus einzieht.

Adam McKay hat die anstrengende Komödie «The Big Short» über die Immobilienkrise 2008 gedreht. Jetzt wendet er sich einem Enigma der neokonservativen US-Politik zu: Dick Cheney, dem Satan mit eingepflanztem Herzen. Es gibt jetzt weniger Meta-Spielchen, dafür mehr Drang zu Drama und Menschlichkeit hinter der Fassade. Alles ein wenig lächerlich, aber es gibt vor allem dank Christian Bale Momente, die nachhallen. (blu)

Abaton, Arena, Arthouse Piccadilly, Corso, Riffraff

The Wild Pear Tree

Von Nuri Bilge Ceylan, Tür 2018; 188 min.Drama

Nach seinem Studium in Istanbul kehrt ein junger Mann in sein Heimatdorf zurück, entschlossen, seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten erweist sich als schwierig, öffnet dem Idealisten aber auch die Augen für die ebenso harte wie absurde Wirklichkeit in der türkischen Provinz. Wohltuend anders ist dieser Film: langsam, ohne je langweilig zu werden, unbarmherzig, ohne unmenschlich zu sein, politisch und tief existenziell zugleich. Verführerische Bilder schaffen eine Atmosphäre von magischem Realismus und führen einem vor, wie schmerzhaft schön das Leben sein kann. (pfb)

Arthouse Movie

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