Das sind die Tops und Flops unter den neuen Kinofilmen

Glenn Close und Maggie Gyllenhall, eine Kunstdoku sowie eine über ein Sozialexperiment – das sind die Highlights der Woche.

Auch dieses Werk wird ihm Millionen einbringen: Künstler Jeff Koons erklärt in «The Price Of Everything» sein Werk.

Auch dieses Werk wird ihm Millionen einbringen: Künstler Jeff Koons erklärt in «The Price Of Everything» sein Werk.

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How to Train Your Dragon: The Hidden WorldVon Dean DeBlois; USA 2019; 104 min.
Animation


Vor lauter Drachen platzt das Wikingerdorf Berk aus allen Nähten. Deswegen sucht der junge Häuptling Hiccup nach jener mysteriösen versteckten Welt, aus der ursprünglich alle Flugechsen stammen sollen. Dabei kommt ihm ein böser Jäger (Stimme: F. Murray Abraham) in die Quere, der Hiccups Drachenkumpel Toothless erlegen will. Diesen lockt er mithilfe eines Weibchens in die Falle.

Auch in diesem dritten, letzten Teil der Reihe sind die Drachen herzig, beeindrucken die Flugszenen und reisst einen die Filmmusik von John Powell richtig schön mit. Aber die Handlung um den Bösewicht ist ziemlich überflüssig. (ggs)

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Houdini, Kosmos, Metropol

Es werden die letzten Abendteuer des Drachenzähmers sein: «How To Train Your Dragon: The Hidden World». Video: YouTube/Universal Pictures Switzerland

The Kindergarten TeacherVon Sara Colangelo, USA 2018; 97 min.
Drama

Eine Kindergärtnerin (Maggie Gyllenhaal) besucht einen Poesie-Schreibkurs. Der Dozent ist unbeeindruckt von ihren Gedichten, bis sie heimlich die genialen Gedichte eines 5-jährigen Schülers (Parker Sevak) als ihre eigenen vorzulesen beginnt.

Die Neuverfilmung des gleichnamigen israelischen Films beginnt gewöhnlich: Person mittleren Alters ist frustriert und gibt dann das Werk eines anderen als ihr eigenes aus. Gleichzeitig will die Lehrerin das Talent aber auch fördern, womit sie beim Umfeld des Kindes auf taube Ohren stösst. Was den Film wahrlich interessant und grossartig macht, ist die umwerfend sensible und streckenweise saukomische Darstellung des jungen Sevak. (msw)

Riffraff

War nicht nur Schauspielerin in der HBO-Serie, sondern auch Produzentin: «The Deuce». Video: YouTube/FilstopTrailers

The Lego Movie 2Von Mike Mitchell, USA/Ka/DK/No 2019; 106 min.
Animation

Die Legostadt liegt in Trümmern. Nur das Bauarbeiter-Legomännchen (Stimme: Chris Pratt) lässt sich von den Duplos, die alles zerdeppert haben, die Laune nicht vermiesen und baut ein Häuschen für seine Freundin (Stimme: Elizabeth Banks). Aber dann werden diese und ein paar andere von Aliens entführt.

Als hätte jemand sinnfrei Legos aufeinandergesteckt: Die Fortsetzung des Animationshits von 2014 ist wirr, und die Popkultur-Zitate, mit denen die Drehbuchautoren um sich werfen, verstehen nur Nerds. Aber ein paar kluge Erwachsenengedanken entwickelt der Film, und für den Nachwuchs hält er eingängige Songs und eine knallige Animation bereit. (ase)

Abaton, Arena, Capitol

Wiederaufbau der Legostadt: «The Lego Movie 2». Video: YouTube/WarnerBrosSwitzerland

The Price of EverythingVon Nathaniel Kahn, USA 2018; 98 min.
Dokumentarfilm

«Was ist die Beziehung von Geld und Kunst?» Zu dieser Frage äussern sich Sammler, Händler, Angestellte von Auktionshäusern – und Künstler.

Nathaniel Kahn bekommt einige wichtige Akteure vor die Kamera und traut sich, ihnen auch freche Fragen zu stellen. Dabei legt er die Funktionsweise des Markts offen. Zudem präsentiert er uns ein schönes Gegensatzpaar: Einerseits ist da der steinreiche Kunststar Jeff Koons als Vertreter der totalen Kommerzialisierung. Auf der anderen Seite steht Larry Poons, einst selbst berühmt, der sich in die Abgeschiedenheit eines ärmlichen Ateliers zurückzog, weil ihn die Geldmacherei mit Kunst abstiess. (ggs)

Arthouse Uto

Beleuchtet die schwierige Beziehung zwischen Kunst und Geld: «The Price of Everything». Video:YouTube/Madman Films

The RaftVon Marcus Lindeen, DK 2018; 97 min.
Dokumentarfilm

Ein Gewaltforscher sucht sechs Frauen und fünf Männer, die mit ihm auf einem kleinen Floss den Atlantik überqueren. Die beengten Verhältnisse sollen zu Konflikten führen, die er studieren will. Die Teilnehmer allerdings verstehenden sich blendend, worauf der Forscher beginnt, die Probanden gegeneinander auszuspielen.

Das Acali-Experiment von 1973 war äusserst seltsam, weil es vor allem vom Weltbild und den Vorurteilen des Forschers geprägt wurde, weswegen es sich wiederum vorzüglich für einen äusserst witzigen Dokumentarfilm eignet. (msw)

Houdini

Sozialexperiment auf offenem Meer: «The Raft». Video: YouTube/Xenix Film

The WifeVon Björn Runge, GB/S/USA 2017; 100 min.
Drama

Glenn Close spielt in dieser Meg-Wolitzer-Verfilmung eine Frau, die ihrem Mann, einem berühmten Schriftsteller (Jonathan Pryce), immer den Rücken freigehalten hat. Bis der den Nobelpreis gewinnt und sie in Stockholm zur Statistin macht auf verletzende Art. Da schäumt innere Wut über.

Eine Hauptdarstellerin spielt hier ein Charakterkonzert von grandioser Intensität. Mit brausender Wut, mit stiller Selbstkontrolle, mit scharfer Ironie. Und mit liebenswerter Traurigkeit und fraulicher Würde. Für all das hat Glenn Close ganz zu Recht den Golden Globe gewonnen. (csr)

Arthouse Le Paris

Nach einem Roman von Meg Wolitzer: «The Wife». Video: YouTube/Impuls Movies

Womit haben wir das verdient?Von Eva Spreitzhofer, A 2018; 90 min.
Komödie

Der Islam gehört zu Österreich. Aber was tun, wenn die 16-jährige Tochter online zum Islam übertritt und plötzlich Kopftuch trägt? Und das in einem gutbürgerlich-atheistischen Haushalt? Verzweifeln und ein paar blöde Islam-Witze reissen.

Bemüht handelt Eva Spreitzhofers schräge, etwas konstruierte Culture-Clash-Komödie vom Burkini bis zu Konvertier-Tutorials auf Youtube sämtliche gesellschaftliche Reizthemen ab und ist am Ende eigentlich doch nur eine durchnittliche Coming-of-Age-Geschichte. (SZ)

Abaton, Arthouse Piccadilly, Capitol

Culture-Clash-Komödie: «Womit haben wir das verdient?». Video: YouTube/freneticfims

(Züritipp)

Erstellt: 07.02.2019, 10:01 Uhr

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