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Das Udo-Jürgens-Musical auf der Leinwand

In der Verfilmung von «Ich war noch niemals in New York» regiert der Kitsch – und die Crew läuft zur Hochform auf.

Auf diesem Kreuzfahrtschiff tanzt und singt sogar der Kapitän: die Crew in «Ich war noch niemals in New York».
Auf diesem Kreuzfahrtschiff tanzt und singt sogar der Kapitän: die Crew in «Ich war noch niemals in New York».

Ein Kuss zwischen Bett und Klavier: eine alte Liebe, neu entflammt in der Suite eines Kreuzfahrtschiffs. Mann und Frau werden im Bett landen, aber das ist nur zu erahnen. Züchtig schwenkt die Kamera aufs offene Meer hinaus, wo Delfine durch den lila Sonnenuntergang springen. Dazu läuft Musik von Udo Jürgens.

«Ich war noch niemals in New York» ist ein Musical voll Liebe, Leid und den grossen Hits des österreichischen Entertainers, verfilmt mit Ironie und Freude am Kitsch. Es ist nicht schwer, so was von vornherein blöd zu finden. Dann aber lässt man ausser Acht, dass hier die Songs des 2014 verstorbenen Wahlzürchers gefeiert werden, die im deutschsprachigen Raum ganze Gene­rationen begleitet haben. Zu diesen gehört auch das hochkarätige Ensemble, das jetzt für Philipp Stölzl vor der Kamera stand und dafür sorgt, dass sein Musikfilm über weite Strecken grossen Spass macht.

Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch) kümmert sich lieber um ihre Karriere als um ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach). Als die nach einem Sturz ihr Gedächtnis verliert und sich auf ein Kreuzfahrtschiff Richtung New York schmuggelt, muss Lisa handeln. Doch bevor sie zusammen mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) Maria zum Aussteigen bewegen kann, hornt der Kapitän (Stefan Kurt) zum Ablegen.

Jürgens-Songs für jede Stimmung

Was folgt, ist eine etwa zweistündige Reise, während der Lisa sich in den gehemmten Mathematiker Axel (Moritz Bleibtreu) verliebt, Fred mit dem schönen Griechen Costa (Pasquale Aleardi) ins Bett geht und Maria im Bordanimateur Otto (Uwe Ochsenknecht) eine alte Liebe wiederfindet. Doch weils mit der Liebe nie einfach ist, kommentiert Zimmermädchen Edita (Andreja Schneider) das amouröse Weh und Ach mit den lustigsten und unsinnigsten Sinnsprüchen, die man je gehört hat.

Und stets bietet sich für die eine oder den anderen eine Gelegenheit, einen Jürgens-Song anzustimmen; mit auf die Situa­tion zugeschnittenem Text. Von «Griechischer Wein» über «Mit 66 Jahren» bis zu «Liebe ohne Leiden» ist alles dabei. Das Ensemble läuft dabei lustvoll zur Höchstform auf. An ihm liegt es nicht, dass einem das Ganze gegen Ende lang wird. Es scheint, als hätte Stölzl dann doch noch etwas Bedeu­tung generieren wollen. Ein paar Streichungen hätten da gutgetan.

In diversen Kinos

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