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Das waren die besten Filme dieses Jahr

Die Filmkritiker des Züritipps haben abgestimmt: Das waren die fünf besten Filme des vergangenen Jahres.

Wurden auf eine abfallverseuchte Insel geschafft: die Hunde in «Isle of Dogs».
Wurden auf eine abfallverseuchte Insel geschafft: die Hunde in «Isle of Dogs».

Blackkklansman

Von Spike LeeTipp, USA 2018; 135 min.Komödie

In den 70ern: Als erster schwarzer Polizist seiner Stadt hat es Ron Stallworth (John David Washington) nicht leicht. Viele Kollegen sind Rassisten, die Chefs trauen ihm nichts zu. Da gelingt es ihm, über Telefon den Ku-­Klux-­Klan zu unterwandern. Als es nun darum geht, die Klanmitglieder zu treffen, muss ein weisser Kollege (Adam Driver) als Double herhalten.

Die wahre Geschichte, die Regisseur Spike Lee («Do the Right Thing») frei bearbeitet, bietet die Ausgangs­lage für grandios lustige Momente und die Anklage gegenwärtiger Aus­wüchse – wenn die Rassisten etwa «America First!» schreien. Das ist nicht immer subtil, aber der politische Furor steckt an. (ggs)

Cold War

DramaVon Pawel Pawlikowski, Pol/GB/F; 84 min.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fährt der Komponist Wiktor (Tomasz Kot) durch die polnische Provinz, um Volkslieder auf Band aufzunehmen. Als die Sängerin Zula (Joanna Kulig) vorsingt, verliebt er sich in sie. Ihre Liebe ist leidenschaftlich, wird aber auf die Probe gestellt, als sich Wiktor in den Westen absetzt.

Man weint ja ungern unter seinem Niveau, weshalb man sehr dankbar ist für den erlesenen Schwarzweiss-Liebesfilm von Pawel Pawlikowski («Ida»): Das Weltgeschehen treibt Wiktor und Zula aufeinander zu und reisst sie wieder auseinander, der Totalitarismus verformt die Kunst und die Charaktere gleich mit. Kino für die Ewigkeit, weil es jeden Moment trifft. (blu)

Dene wos guet geit

Von Cyril Schäublin, CH 2017; 71 min.Drama

Eine Callcenter-Agentin (Sarah Stauffer) nutzt ihre professionelle Freundlichkeit, um sich am Telefon gegenüber älteren Menschen als Enkelin in finanzieller Not auszugeben und sie dazu zu bringen, ihr Geld zu geben. In Zürich führen ansonsten andere Menschen Gespräche über Mobilfunk-Abos und Songs, an deren Titel sie sich nicht erinnern können.

Was ist denn das, das ist ja fantastisch! Der Zürcher Cyrill Schäublin, Absolvent der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, fügt in seinem Erstling strenge Bildsprache und absurdistischen Witz zu einem Porträt der Vereinzelung in der technologisch abgedeckten Stadt, wo die Kontostände und Datenvolumen ungleich verteilt sind, aber die Sehnsüchte leise in allen schlummern. Stilsicher verfremdet und unheimlich schweizerisch: ein seltener Wurf. (blu)

Isle of Dogs

Von Wes Anderson; USA/D 2018; 101 min.Animation

Der Bürgermeister der fiktiven japanischen Stadt Megasaki beschliesst, alle Hunde auf eine abfallverseuchte Insel zu schaffen unter dem Vorwand, sie seien verpestet. Einige der Tiere schliessen sich mit dem Sohn des Bürgermeisters zusammen, der seinen eigenen Hund von der Insel retten möchte.

Wer einen Film von Anderson schaut, erwartet eine perfekte Farbregie, ein exzentrisches Drehbuch und eine Verzauberung. Das gelingt dem Regisseur auch in seinem zweiten Trickfilm nach «Fantastic Mr. Fox», obwohl «Isle of Dogs» in der zweiten Hälfte einige Durchhänger hat. Anderson hat es fertiggebracht, einen innigen Film zu drehen, der trotzdem nie der Sentimentalität verfällt. (jmb)

Lady Bird

Von Greta Gerwig, USA 2017; 94 min.Komödie

In Sacramento, Kalifornien, strampelt die 17-jährige Christine (Saoirse Ronan), die darauf besteht, Lady Bird genannt zu werden, mit kreativer Wut so vor sich hin, um das letzte Jahr an ihrer katholischen Highschool zu überstehen. Sie reibt sich am Müssen und am Wollen, an der ersten und der zweiten Liebe, an der Vernunft der Mutter (Laurie Metcalf) und an der eigenen Unvernunft.

Eine Art melancholisch-komisches Sittenbild ist das: vom Jungsein, das kein Zuckerschlecken ist, und vom Elternsein, das auch keins ist. Fein und genau hat die Regisseurin Greta Gerwig (Titelrolle in «Frances Ha») es zum Drama geschliffen. Und viel werden wir hoffentlich noch von Saoirse Ronan sehen, der jungen irischen Hauptdarstellerin. (csr)

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