Dein Kumpel, der gelbe Käfer

Im neuen «Transformers»-Film «Bumblebee» freunden sich eine Jugendliche und ein Maschinenwesen an.

Hat ein Herz für ausserirdische Roboter: Charlie (Hailee Steinfeld).

Hat ein Herz für ausserirdische Roboter: Charlie (Hailee Steinfeld).

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Man müsse Steven Spielberg danken, dass der Film existiert, sagte «Bumblebee»-Regisseur Travis Knight einem Onlineportal. Spielberg produzierte schon die vorherigen fünf «Transformers»-Filme, die Michael Bay inszenierte. Aber bei denen fragte man sich immer: Weiss Spielberg, was er da in Auftrag gibt? Schaut er sich die Filme selber an?

Die Produktionen, die auf den Action-Figuren des Spielzeugherstellers Hasbro basierten, waren ja zunehmend dröhnender Nonsens; «Make America Great Again»-Materialschlachten, mit denen Bay noch dem letzten ihm freundlich gesinnten Kritiker die Vertrauensfrage stellte. Die Drehbücher waren auf den grösstmöglichen Blechschaden aus, die Figuren redeten Blech.

Erzählt, wie alles anfing: «Bumblebee». Video: YouTube/Paramount Pictures Switzerland

Jetzt hat sich Spielberg offenbar vorgenommen, die Franchise gesundzuschrumpfen. «Bumblebee» ist ein Prequel und erzählt, wie alles anfing. Mit einem Roboter nämlich, der sich in einen Käfer verwandelt. Nein, nicht in ein Insekt wie bei Kafka, sondern in einen VW: Der Transformer nimmt, um auf der Erde nicht aufzufallen, die Form eines Volkswagen Beetle Jahrgang 67 an. Auf seinem Heimatplaneten herrscht Krieg, und der Transformer war auf die Erde geschickt worden, weil sein Stamm sich hierher umsiedeln will. Zwei böse Roboter sind ihm gefolgt.

Erfolgsformel, die nicht altert

Aber das ist nur intergalaktisches Beigemüse. Spielbergs Idee war es, von einem Teenager aus einer dysfunktionalen Vorstadtfamilie zu erzählen, der sich mit einem Ausserirdischen anfreundet. Die Idee ist 35 Jahre alt und heisst eigentlich «E.T.». Aber die Erfolgsformel wird nicht alt. Und passenderweise spielt «Bumblebee» in den Achtzigern: Eine 17-Jährige (Hailee Steinfeld) hat den plötzlichen Tod ihres Vaters nicht verwunden, die Mutter nervt mit einem neuen Freund, von einer wiederhergestellten Familie will die Heranwachsende nichts wissen. Dann findet sie auf einem Schrottplatz einen abgerockten gelben Käfer, der ein Eigenleben entwickelt.

Regisseur Travis Knight musste sich als junger Mann auch erst finden: Er ist der Sohn des schwerreichen Nike-Gründers Phil Knight, war mal Rapper und ist heute unter anderem CEO der Animationsfirma Laika («Coraline»). In «Bumblebee» erzählt er anrührend von der Selbstfindung eines Teenagers und inszeniert den Film schön ironisch als Vintage-Blockbuster, den sich bestimmt auch Steven Spielberg gerne anschauen wird.

In diversen Kinos

Erstellt: 31.12.2018, 09:34 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

History Reloaded Wie Sisis Mörder den Kopf verlor

Mamablog Der Frust mit dem Körper

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Spiegelung: Marathonläufer in der russischen Hauptstadt Moskau spiegeln sich in einer Pfütze. (22. September 2019)
(Bild: Evgenia Novozhenina ) Mehr...