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«Denzel überrascht mich jeden Tag»

Der Regisseur von «The Equalizer 2» Antoine Fuqua über die Arbeit mit Denzel Washington und wieso der Actionheld Proust liest.

Denzel Washington ist zurück als geheimnisvoller Rächer.
Denzel Washington ist zurück als geheimnisvoller Rächer.

«Equalizer 2» ist sowohl für Denzel Washington als auch für Sie das erste Sequel. Wieso gerade jetzt?

Das war keine bewusste Entscheidung. Es gab einige Geheimnisse um die Hauptfigur, die im ersten Teil ungelöst blieben. Plötzlich lag dieses Drehbuch vor. Da sagte ich zu Denzel: Wenn du es machst, mache ich es auch.

Es ist Ihr vierter gemeinsamer Film.

Ja, aber wissen Sie, was? Er überrascht mich immer noch jeden Tag. Wenn wir eine Szene drehen, weiss ich nie, was er gerade anstellen wird. Für mich ist das magisch. Plötzlich sagt er etwas, das nicht im Drehbuch steht. Bei anderen Darstellern würde das sofort raus­geschnitten. Bei ihm bleibt es im Film, weil es oft das Beste ist. Das erhält unsere Beziehung frisch. Wir legen uns keine Fesseln an.

Kann man denn improvisieren in einem Hollywoodfilm?

Mit Denzel funktioniert es, weil er letztlich doch viel Disziplin hat. Und dann ist es einfach an mir, die Kugel abzufangen, die von aufgebrachten Produzenten kommen kann. Klar fürchten die um den Drehplan oder das Geld. Aber ich kann sie überzeugen, dass es sich auszahlt.

Der Film ist voller Gewalt. Überlegen Sie sich,wie weit Sie gehen können?

Das ist eine grosse Frage, es gibt keine ein­fachen Antworten. Ich selber bin in einer rauen Gegend aufgewachsen, mit 15 wurde ich ange­schossen. Das hatte aber nichts mit Gewalt in Filmen zu tun, das waren einfach schlechte Menschen. Damals bin ich oft ins Kino gegangen, habe Gangsterfilme gesehen, Western. Dadurch bin ich nicht gewalttätig geworden, im Gegenteil, ich wurde besonnener. ­Wichtig für mich ist, dass die Gewalt im Film gerechtfertigt ist. Es tönt vielleicht altmodisch, aber es braucht eine Moral. Nicht sinnloses Geballere.

Ihr Held liest ja auch Marcel Proust.

Ja, «A la recherche du temps perdu». Und er empfiehlt seinem Schützling «Between the World and Me» von Ta-Nehisi Coates, ein Buch über rassistische Gewalt in den USA. Ich werde von Menschen auf diese Bücher angesprochen. Einige kaufen dann vielleicht sogar eines. Oder laden es herunter, als Hörbuch, und spielen es im Auto ab. Das ist immer noch besser als Nichtlesen, oder?

Sie selber drehen als nächstes ein «Scarface»-Remake?

Dazu weiss ich nicht viel mehr als Sie. Alles ist offen. Was ich aber weiss: Wenn ich es mache, dann nur mit Denzel Washington in der Hauptrolle.

Ab Do 16.8. In diversen Kinos

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