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Der Indio aus Basel bekommt einen Film

Wie der Schweizer Bruno Manser zum Volk der Penan kam. Das Porträt eines Mannes, der seine Heimat im Urwald fand.

Im Dschungel mit Pfeil und Bogen: Manser bei der Jagd.
Im Dschungel mit Pfeil und Bogen: Manser bei der Jagd.
Tomas Wüthrich

Es kann einem gar romantisch werden, schon am Anfang. Da kreist der Adler über den Dschungeln Borneos, und als Bruno Manser (Sven Schelker) ihn so schweben sieht, glitzerts ihm sehnsüchtig im Aug, und seine Seele, greifbar geradezu, spannt weit ihre Flügel aus, fliegt durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus. Eichendorffisch halt.

Zu Haus ist für Manser längst nicht mehr die Schweiz. Zu viel Textil um die verwöhnten Körper. Die Regenwälder sollen es sein, wo das Volk der Penan wohnt in seinem barfüssigen Naturzustand und die Schöpfung noch ist, wie sie gedacht war. Bekanntlich hat Manser, der weisse Penan aus Basel, in den 80er-Jahren dort wirklich den inneren Rousseau rausgelassen im ganz erstaunlichen Prozess einer kulturellen Verschmelzung. Umweltpolitisch war er derart hörbar, weltweit, dass er zum Dorn wurde im Fleisch der malaysischen Regierung beziehungsweise der Exporteure von Tropenholz. Wald und Welt wurden schliesslich nicht gerettet, aber es war ein guter Kampf.

Und das ist nun die eine Seite dieses Films: eine Geschichte von feinem biografischem Anstand. Das ­Porträt eines leidenschaftlichen Mannes zwischen Recht­haben und Rechthaberei. Szenen, in denen das Romantische, das gewiss in Manser glühte, sich dramatisch sehr schön verträgt mit dem Realismus der militanten Konsequenzen, die einer aus seinem Glühen zog.

Und da ist die andere Seite, dass der Inszenierung das Romantische doch gern aus dem Ruder läuft, immer wieder, tief hinein in die saucige Sentimentalität. Aus dem Naturzustand wird dann Postkarte, aus der Nacktheit Nudistenidyll und aus der Idylle schöpfungsmythischer Kitsch, dass Gott erbarm, den Bruno Manser diesem Film zufolge im Urwald gesehen hat.

In diversen Kinos

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