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Der Unbekümmerte

John David Washington, der Sohn von Denzel Washington beweist in Spike Lees neuem Film «BlacKkKlansman», dass er selbst einiges draufhat.

Lässt man ihn so in den Ku-Klux-Klan? John David Washington als Undercover-Agent.
Lässt man ihn so in den Ku-Klux-Klan? John David Washington als Undercover-Agent.

Zuerst muss man unbedingt sein Haar loben, diesen prächtigen 70er-Jahre-Wuschelkopf. «Oh, danke, das ist mein Naturlook», sagt John David ­Washington. Das ist natürlich ein Scherz, aber die ­Frisur war ein wichtiger Bestandteil zur Er­arbeitung seiner Rolle: «Wie die ­Ringe, die ich im Film trage, und die ­Musik. Es war wie eine Zeitreise für mich.»

John David Washington (34) spielt den Polizisten Ron Stallworth, dem es vor 40 Jahren tatsächlich gelungen ist, als Schwarzer den Ku-Klux-Klan zu unterwandern. Wie er das anstellte – mithilfe eines von Adam Driver gespielten weissen Kollegen –, zeigt der neue Film von Spike Lee.

«BlacKkKlansman» verbindet Politik und Unterhaltungskino auf eine Art, die nur der Regisseur von «Do the Right Thing» so richtig beherrscht. «Ich kenne Mister Lee seit meiner Kindheit und sage heute noch manchmal Onkel Spike zu ihm», erzählt der Schauspieler.

Er spielte die junge Version seines Vaters

Natürlich, John David ist der Sohn des grossen Denzel Washington, mit dem Spike Lee «Malcolm X» gedreht hatte. Der kleine John David bekam darin mit sechs Jahren sogar einen Filmauftritt und spielte in einer kurzen Szene den Bürgerrechtler als Kind, also sozusagen die junge Version seines Vaters. Wer aber jetzt denkt, John David Washington sei deswegen fast naturgemäss in die Schauspielerei hineingewachsen, irrt.

«Onkel Spike hat mir gesagt, du kannst das, und schon war ich dabei.»

John David Washington

Dazu brauchte es ein paar Umwege. Er wollte nicht einfach nur der Sohn von Denzel sein (er gleicht ihm nicht einmal besonders), sondern seinen eigenen Weg finden. Er wurde Footballer, zuerst am College, schaffte den Sprung zu den Profis, musste aber seine Karriere mit 27 Jahren wegen einer Verletzung abbrechen. Jetzt spielt er seine erste grosse Rolle, einfach so, ohne Casting, ohne Bewerbung: «Onkel Spike hat mir gesagt, du kannst das, und schon war ich dabei.»

Er kann es, in einer Mischung aus totaler Professionalität und totaler Unbekümmertheit, nach dem Motto: «Ein Nigger beim Ku-Klux-Klan, das kann nur schiefgehen.» Richtig nervös sei er nur ein einziges Mal gewesen. Das war der Tag, als Harry Belafonte ans Set kam, um einen Gastauftritt zu geben: «Ich habe extra einen schönen Anzug getragen, um ihm beim Spielen zu beobachten», erzählt John David Washington. Dabei hatte er an diesem Tag eigentlich drehfrei.

In diversen Kinos

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