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Diese Brüder sind wie Kain und Abel

In «The Harvesters» bekommt ein weisser Südafrikaner einen Adoptivbruder – die beiden werden zu Rivalen.

Entgegen seinem Willen: Janno (Brent Vermeulen) hat einen Bruder.
Entgegen seinem Willen: Janno (Brent Vermeulen) hat einen Bruder.

Weite Grasebenen, Bauernhöfe und Kirchen – die südafrikanische Provinz Free State ist das kulturelle Herz der Afrikaaner, die die weissen Abkömmlinge europäischer Kolonialisten sind. Hier lebt Janno (Brent Vermeulen) mit seinen Eltern und drei jüngeren Schwestern.

Auf den ersten Blick scheint der stämmige Jugendliche dem Männlichkeitsideal der Afrikaaner zu entsprechen. Pflichtbewusst hilft er seinem Vater auf dem Feld und betet jeden Tag. Doch Janno ist zurückhaltend und ein Aussenseiter. Als seine Mutter den rebellischen Strassenjungen Pieter (Alex van Dyk) adoptiert, ent­wickelt sich zwischen den gegensätzlichen Jungen eine erbitterte Rivalität.

Befasst sich Hollywood mit Südafrika, dann geht es meist mit viel Pathos um das Leben von Nelson Mandela. Süd­afrikanische Filme­macher wissen aber noch weitere Geschichten zu erzählen. Wie eben Etienne Kallos in seinem Spiel­filmdebüt «The Harvesters», eine Coming-of-Age-­Geschichte, die den Mikro­kosmos einer calvinistisch-konservativen Familie beleuchtet.

Der 46-jährige Kallos richtet sein Augenmerk vor allem auf die Beziehung der beiden Brüder. Dabei greift der griechisch-südafrikanische Regisseur Fragen auf zur Männlichkeit, zur Sexualität und zu Traditionen. Stellenweise ist der Film etwas gar bedeutungsschwanger – und er hätte profitiert von einer zusätzlichen historischen Einordnung: Zur Apartheid und ihren Folgen nimmt «The Harvesters» keine Stellung.

Der Film bietet dennoch einen faszinierenden Einblick in die hierzulande eher unbekannte Lebenswelt der Afrikaaner. Eindrücklich sind vor allem die stimmungsvollen Aufnahmen der Figuren innerhalb der weiten Landschaft sowie die beiden Jungdarsteller.

Arthouse Movie Nägelihof 16:10 Uhr, 20:30 Uhrwww.arthouse.ch

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