Die Fortsetzung des Gruselklassikers

«Doctor Sleep» setzt nach Jahren die Handlung von «The Shining» fort – mit dem Segen von Stephen King.

«Murder», die klare Botschaft der Geister: Dan Torrance (Ewan McGregor) wird von seiner Vergangenheit heimgesucht.

«Murder», die klare Botschaft der Geister: Dan Torrance (Ewan McGregor) wird von seiner Vergangenheit heimgesucht.

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Horror Was ist eigentlich aus dem kleinen Danny Torrance aus «The Shining» geworden? Wie wächst einer auf, dem böse Geister und der eigene Vater nach dem Leben trachteten? In «Doctor Sleep» erfahren wir, dass Dan von den Geschehnissen im Overlook Hotel nachhaltig traumatisiert wurde: Jahrzehnte später ist aus dem süssen Jungen ein alkoholkranker Herumtreiber (Ewan McGregor) geworden.

Er prügelt in einer Bar einen Mann halb tot und geht anschliessend mit einer Frau nach Hause, der er tags darauf Geld aus dem Portemonnaie klaut. Aber alles wird besser, als er in einer Kleinstadt im Norden der USA landet: Er bekommt Hilfe von einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker und findet einen Job als Krankenpfleger. Dass er ein Talent dafür hat, Sterbenden Trost zu spenden, bringt ihm den Spitznamen Doctor Sleep ein.

Die Welt ist gefährlich: Alle sind Hungrigt. Video: YouTube/WarnerBrosSwitzerland

Dan hat seinen Platz im Leben gefunden, doch sein Glück währt nicht lange – er bekommt es mit Ungeheuern zu tun, die wie freundliche Hippies wirken, jedoch davon leben, dass sie Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten die Seele aussaugen. Menschen wie Dan.

Der Film hat zwei Väter. Zum einen ist da Stephen King, der 2013 das Buch «Doctor Sleep» schrieb, eine Fortführung seines «The Shining» von 1977. Zum anderen ist da Stanley Kubrick, der «The Shining» 1980 verfilmte. Diese Version unterscheidet sich stark von der Vorlage – Kubrick änderte die Handlung nach Belieben ab. King passte das gar nicht, und er machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen Kubricks Film.

Eingeschneit im Hotel: Die Besucher sind hilflos den Geistern ausgesetzt. Video: YouTube/YouTube Movies

Mit dieser Meinung steht er aber weitgehend alleine da, und so basiert die «Doctor Sleep»-Adaption zwar auf dem Roman, doch die Handlung wurde so weit geändert, dass die Kinofassung als Fortsetzung zu Kubricks Film funktioniert. Immerhin sagt King in aktuellen Interviews, dass ihn der «Doctor Sleep»-Film nachträglich mit Kubricks «The Shining» versöhnt habe.

Aber auch wenn King den Film mag – Regis­seur Mike Flanagan ist kein Stanley Kubrick. Dabei kopiert er in seinem «Doctor Sleep» die Kulis­sen und Kostüme von 1980 detailgenau, setzt sogar Schauspieler ein, die denen von damals ähnlich sehen – wir sehen sie in Rückblenden und im Finale, das in den Ruinen des Overlook Hotel spielt. Man weiss nicht recht: Ist das eine ironische Auseinandersetzung mit dem Original? Oder bloss unfreiwillig komisch?

Am besten nimmt mans mit Humor, denn unterhaltsam ist das halt schon – auch vorher, wenn sich Menschen und Monster mit Geisteskräften bekämpfen und dazu in die Innen­welten der jeweils anderen Seite eindringen. Und Ewan McGregor spielt gut genug, dass einem das Schicksal dieses erwachsenen Danny tatsächlich ans Herz geht.

In diversen Kinos

Erstellt: 20.11.2019, 15:57 Uhr

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Was Geschah in «The Shining»?

Von Stanley Kubrick, GB?/?USA 1980; 119 min.

Der Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson) nimmt eine temporäre Stelle als Hauswart an – er passt auf das abgelegene Overlook Hotel auf, das den Winter über geschlossen bleibt. Seine Frau (Shelley Duvall) und sein kleiner Sohn Danny (Danny Lloyd) begleiten ihn. Jack will die Zeit nutzen, um einen Roman zu schreiben – doch die bösen Geister, die im Hotel hausen, ergreifen mehr und mehr Besitz vom ehemaligen Alkoholiker. Am Ende geht er mit der Axt auf seine Familie los. Zum Glück hat Danny übersinnliche Fähigkeiten; mit diesen holt er den Hotelkoch (Scatman Crothers) zu Hilfe, der ­dieselbe telepathische Begabung hat.

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