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Die Mysteriöse Französin

Im neuen Polanski-Film spielt Eva Green wieder einmal in ihrer Muttersprache. Wir haben die Schauspielerin getroffen.

Eva Green als Frau mit unheimlichen Absichten.
Eva Green als Frau mit unheimlichen Absichten.

Der Schein trügt bei Eva Green. Sie trägt einen englischen Namen, aber ihre Muttersprache ist Französisch. Sie hat schwarze Haare, aber eigentlich ist sie blond, färbt sie, seit sie 15 ist. Sie wurde berühmt als Bond-Girl in «Casino Royale», aber eigentlich ist sie kein Girl, sondern die Frau, die der Agent 007 wirklich liebt, die aber samt einem einstürzenden Haus in Venedigs Lagune untergeht. «Ja, ich spiele gerne mit meiner Erscheinung», sagt sie.

Dazu hat sie im neuen Film «D’après une histoire vraie» alle Gelegenheit. Sie ist darin eine Frau, die plötzlich im Leben einer erfolgreichen, aber einsamen Schriftstellerin auftaucht (gespielt von Emmanuelle Seigner, der Ehefrau von Regisseur Polanski). Zuerst gibt sich diese Frau ohne Namen als Freundin aus, aber eigentlich hat sie ganz andere Absichten. Immer wieder präsentiert Eva Green dabei neue Facetten. Aber sie selber überraschte dabei vor allem etwas: «Wenn ich französisch spiele, verändert sich meine Stimme. Sie wird tiefer.»

Französisch spricht die in Paris aufgewachsene Tochter der Schauspielerin Marlène Jobert (und eines Zahnarztes aus Schweden) selten. Sie tat es 2003 in ihrem ersten Film, «The Dreamers» von Bernardo Bertolucci, der die Unschuld des Mai 1968 thematisierte. Aber dann war sie fast ausschliesslich im englischen Sprachraum unterwegs, als Königin in Ridley Scotts «Kingdom of Heaven», als Femme fatale in «Sin City: A Dame to Kill For», als Untote in «Dark Shadows» ihres Lieblingsregisseurs Tim Burton. Meist mysteriöse Frauen. «Mysteriös?», erwidert sie auf dieses Stichwort sofort, «das übertragen immer wieder alle auch auf mich selber, weil ich exzentrische Figuren spiele und mich gerne dunkel schminke. Aber es ist total falsch. Die richtige Beschreibung für mich ist scheu!» Dieses Attribut widerspricht nun allerdings jeder Vorstellung, die man von einer Schauspielerin hat. «Doch, doch», bekräftigt sie, «vor der Kamera kann ich mich hinter meinen Rollen verstecken. Aber sonst?…»

Sonst gibt Eva Green tatsächlich wenig von sich preis. Was man von ihr hat, sind ihre Rollen. Darum ist sie auch das Beste in diesem neuen Polanski-Film: eine Person, viele Erscheinungen. Und am Ende vielleicht nur eine Fantasievorstellung. Kurz gesagt – entschuldigen Sie, Frau Green! –, mysteriös.

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