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Die neue, groteske Disney-Ära

Der neue «Aladdin»-Film zeigt, weshalb die Disney­-Remakes scheitern.

Alle Wünsche kann er erfüllen: Will Smith (l.) als grotesker Dschinn.
Alle Wünsche kann er erfüllen: Will Smith (l.) als grotesker Dschinn.

In den letzten Jahren hat Disney mehrere Zeichentrickklassiker noch einmal gedreht – als Realfilme. Nach «The Jungle Book», «Beauty and the Beast» oder zuletzt «Dumbo» ist nun «Aladdin» an der Reihe. Die Handlung kennt man also schon: Von einem bösen Wesir angestiftet, nimmt der Strassendieb Aladdin (Mena Massoud) eine magische Lampe an sich. In dieser steckt ein Dschinn (Will Smith), der ihm drei Wünsche gewährt. Erster Wunsch: Aladdin will den Prunk eines Prinzen, um die schöne Tochter (Naomi Scott) des Sultans zu beeindrucken.

Wie die oben genannten Beispiele, so krankt auch das «Aladdin»-Remake daran, dass die Zeichentrickwelt ohne Sinn und Verstand in die Realität übertragen wird. Im Cartoon ergeben die knalligen Kleider Sinn – schneidert man sie aus echtem Stoff, wirken sie wie billige Fasnachtskostüme.

War das Äffchen Abu im Trickfilm ein charmanter Sidekick, verkommt es in der neuen Fassung zu einer schaurigen computeranimierten Kreatur mit toten Augen. Am schlimmsten trifft es den Dschinn: Als hibbelige Zeichentrickfigur mit der Stimme von Robin Williams machte dieser viel Freude. Im Remake, von Will Smith im Motion-Capture-Verfahren dargestellt, wirkt der Flaschengeist wie ein Riesenschlumpf auf Steroiden.

Im Vergleich zu ihren Zeichentrickvorgängern wirken die Figuren dieser Disney-Remakes grotesk. Und die dynamischen Ausdrucksmöglichkeiten der Animation werden nie erreicht: Action wie Musiknummer wirken steif und langweilig. Doch da diese Filme finanziell sehr erfolg­reich sind – so hat «The Jungle Book» 2016 an den Kassen fast eine Milliarde eingespielt –, ist kein Ende der Realfilmremakes abzu­sehen: Bereits im Juli startet die Neuverfilmung von «The Lion King».

In diversen Kinos

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