Die neuen Filme in Zürichs Kinos

Musical-Komödie von Youtubern und eine Liebeskomödie mit Elyas M'Barek. Das läuft diese Woche neu.

Ein Musical als PR-Massnahme der Schule: Deutsche YouTuber und Youtuberinnnen besetzen darin die Hauptrollen.

Ein Musical als PR-Massnahme der Schule: Deutsche YouTuber und Youtuberinnnen besetzen darin die Hauptrollen.

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Kartoffelsalat 3: Das Musical

Musical von Michael David Pate, D 2020, 92 min.

Vor ein paar Jahren wütete eine Zombie-Epidemie an der Leo-Weiss-Schule. Mia (Lea Mirzanli) will nun aus der Geschichte ein Musical machen, um damit Werbung für ihre Schule zu machen – diese wird nämlich geschlossen, falls sie nicht mehr Anmeldungen bekommt als das versnobte Elitegymnasium in derselben Stadt.

Das ist eine Produktion von und mit deutschen Youtubern (und der Schweizer Youtuberin Jess Amweg in einer Nebenrolle). Der Film heisst Teil drei, obwohl es sich um den zweiten Teil von «Kartoffelsalat» handelt. Wer das witzig findet, kann vielleicht etwas anfangen mit dem Humor. Wegen der Songs lohnt sich das Anschauen jedenfalls nicht. (ggs)

Stüssihof

Kartoffelsalat 3: Das Musical von Michael David Pate. Video: YouTube/Freshtorge

J’accuse

Historienfilm von Roman Polanski, F/I 2019; 132 min.

1894 wird der französische Offizier Alfred Dreyfus wegen Landesverrat zu lebenslanger Haft auf der Teufelsinsel verurteilt. Der neue Chef (Jean Dujardin) des französischen Nachrichtendienstes stellt fest, dass man einen Unschuldigen verurteilt hat, einfach nur weil er Jude ist. Die Aufdeckung dieses Justizirrtums würde allerdings das Ansehen der Armee beschädigen.

Polanskis Verfilmung von Robert Harris’ hervorragendem Roman «An Officer and a Spy» ist konventionell und bedächtig, aber sehr sorgfältig und schauspielerisch exzellent. Sie sollte in Schulen gezeigt werden als Musterbeispiel dafür, wie sehr Dünkel und Fremdenhass dem Streben nach Wahrheit im Wege stehen. (bod)

Arthouse Piccadilly, Houdini, Riffraff

J’accuse von Roman Polanski. Video: YouTube/freneticfilms

La Gomera

Kriminalfilm von Corneliu Porumboiu, RO/F/D 2019, 97 min.

In Bukarest wird der Polizeibeamte Cristi (Vlad Ivanov) von Gilda (Catrinel Marlon) dazu verführt, beim Ausbruch ihres Geliebten aus dem Gefängnis zu helfen. Die mafiöse Gruppe des Inhaftierten fliegt Cristi extra auf die spanische Insel La Gomera, wo er die dortige Pfeifsprache lernen soll -- diese ist entscheidend für die Umsetzung des Plans. «La Gomera» enthält viele Elemente eines Film noir, aber ihm fehlt komplett die faszinierende Atmosphäre des Spiels aus Licht und Schatten. So wirkt er wie ein lieblos zusammengestückelter Bausatz, bei dem die Teile nicht richtig passen wollen. Hinzu kommt, dass der Film Gewalt an Frauen nicht nur als Normalität vermittelt, sondern ihr sogar eine gewisse Erotik zuschreiben will. (msw)

Houdini

La Gomera von Corneliu Porumboiu. Video: YouTube/Filmcoopi Zürich

Moskau einfach!

Komödie von Micha Lewinsky, CH 2019; 99 min.

Es ist 1989, der Eiserne Vorhang mag rosten und zerbröseln, jedoch in Schweizer Staatsschützerhirnen will er noch nicht aufgehen. Die Bundesanwaltschaft legt Fichen von Bürgerinnen und Bürgern an und kommt manchen darauf, dass sie abends gern ein subersives Bier trinken. In dieser verfolgungswähnlerischen Stimmung fasst ein Überwacher (Philippe Graber) den Auftrag, das Zürcher Schauspielhaus zu infiltrieren. Er macht das gern und folgsam, aber dann beginnen der Ort und die zu überwachenden Subjekte ihren Zauber zu entfalten.

Dramatisch ist das fein gearbeitet. Erzählerische Behäbigkeit gehört zur listigen Ironie. Und eine immer noch leis vor sich hin stinkende historische Absurdität wird so ernst genommen, wie sie es verdient. (csr)

Arena, Arthouse Le Paris, Arthouse Uto, Capitol, Riffraff

Moskau einfach! von Micha Lewinsky. Video: YouTube/VINCA FILM

Nightlife

Komödie von Simon Verhoeven, D 2020; 111 min.

Milo (Elyas M’Barek) ist ein Barkeeper, der aus dem Nachtleben ausbrechen möchte und sich Hals über Kopf in Sunny (Palina Rojinski) verliebt, die schon Bock auf ihn, aber keinen Bock auf Stress hat. Sie beschliessen, auf ein Date zu gehen -- leider verschlampt Milos bester Freund (Frederick Lau) zeitgleich drei Kilo Kokain und hetzt ihnen dadurch die Berliner Unterwelt auf den Hals.

Nachdem sie schon in «Männerherzen» mit Regisseur Simon Verhoeven zusammen gearbeitet haben -- wenn auch nur in kleinen Rollen --, spielen Palina Rojinski und Elyas M'Barek dismal ein Liebespaar in spe. Das ist unterhaltsam. (SZ)

Abaton, Arena, Corso

Nightlife von Simon Verhoeven. Video: YouTube/WarnerBrosSwitzerland

Sonic the Hedgehog

Gameverfilmung von Jeff Fowler, USA 2020; 99 min.

In den Wäldern um eine amerikanische Kleinstadt versteckt sich ein Wesen aus einer anderen Welt: Es ist der intelligente Igel Sonic (Stimme: Ben Schwartz). Als die Regierung auf ihn aufmerksam wird und ihm den bösen Dr. Robotnik (Jim Carrey) auf den Hals hetzt, braucht der Igel Hilfe. Er findet sie beim Dorfsheriff (James Marsden). Seit 1991 erlebt Sonic in einer Vielzahl von Videospielen Abenteuer in schrägen Welten voller seltsamer Figuren. Im Kinofilm ist davon kaum etwas zu sehen -- langweiliger hätte man die Vorlage kaum umsetzen können. Immerhin gibts ein paar gute Witze, und Jim Carrey ist als Bösewicht ziemlich unterhaltsam. (ggs)

Abaton, Arena, Capitol, Metropol

Sonic the Hedgehog von Jeff Fowler. Video: YouTube/ Paramount Pictures

Erstellt: 12.02.2020, 15:16 Uhr

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