Die neuen Kinofilme der Woche

Ein Brite trifft sein Idol, drei Sechstklässler üben das Küssen, und ein Film untersucht die Mafia Neapels.

Teenager treiben Unfug: Die drei Jungs im Film «Good Boys».

Teenager treiben Unfug: Die drei Jungs im Film «Good Boys».

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Blinded by the LightVon Gurinder Chadha, GB 2019; 117 min.
Komödie

Gurinder Chadhas Kinofilm spielt im Jahr 1987: Die Londoner Vorstädte brennen, Neonazis ziehen durch die Strassen, Thatcher ist an der Macht, der traditionsversessene Vater nervt. Darum möchte der pakistanische Gymnasiast Javed (Viveik Kalra) weg. Bis zwei Bruce-Springsteen-Kassetten alles verändern: Der Sänger stiftet diesem jungen Menschen Sinn. Sehr viel Sinn.

Die Ausgangslage ist so verführerisch wie vertraut. Man könnte meinen, die Schriftsteller Hanif Kureishi und Nick Hornby hätten sich die Geschichte im Tandem ausgeheckt: ein interkulturelles Feelgood-Movie, eine popbeladene Coming-of-Age-Story. «Blinded by the Light» wäre aber ein interessanterer Film, wenn es nicht ständig nur um springsteensche Erleuchtungsmomente ginge. (bsc)

Abaton, Arena, Arthouse Alba, Capitol, Corso, Houdini, Kosmos

Wenn Springsteen dem Leben einen Sinn gibt: Javed (Viveik Kalra) entdeckt den Rockstar. Video: Youtube/WarnerBrosSwitzerland

Good BoysVon Gene Stupnitsky, USA 2019; 89 min.
Komödie

Drei Sechstklässler wappnen sich für die erste Kussparty und setzen die Drohne des Vaters zu Forschungszwecken auf ein Pärchen aus der Nachbarschaft an. Von da an geht alles schief, was schiefgehen kann.

Auf den Spuren von Judd Apatows zotigen Komödien mit Herz haben Lee Eisenberg (Drehbuch) und Gene Stupnitsky (Drehbuch und Regie) eine Art «Superbad»-Prequel gebastelt. Seine Komik bezieht der Film aus der Diskrepanz zwischen den guten Jungs und den schmutzigen Worten, Drogen und Sexspielzeugen, mit denen sie so ahnungslos wie forsch hantieren – und aus dem rührenden Charme der jugendlichen Darsteller. (SZ)

Abaton, Arena, Capitol

Jugendlicher Leichtsinn: Die drei Jungs entdecken die schmutzige Welt der Erwachsenen. Video: Youtube/Universal Pictures Switzerland

Un homme presséVon Hervé Mimran, F 2018, 100 min.
Komödie

Ein erfolgreicher Autofirmenmanager (Fabrice Luchini) schont weder sich noch sein Umfeld. Dann hat er zwei Schlaganfälle und spricht nur noch Kauderwelsch. Mithilfe einer Logopädin (Leïla Bekhti) muss der Ungeduldige wieder reden lernen.

Es wimmelt von Klischees in dieser Komödie, die auf dem Schicksal eines ehemaligen Peugeot- und Airbus-Managers beruht. Dennoch sehenswert ist der Film dank der schauspielerischen Leistungen von Bekhti und vor allem von Luchini: Wie dieser unverständliches Zeug hervorsprudelt und gleichzeitig die Entrüstung darüber spielt, dass er nicht verstanden wird, ist schlicht umwerfend. (bod)

Arthouse Movie

Nur noch Kauderwelsch nach einem Schlaganfall: Der Manager muss von neuem sprechen lernen. Video: Vimeo/Florence Adam – JMH

MonosVon Alejandro Landes, Kol 2019; 102 min.
Thriller

Im gebirgigen Kolumbien trainiert eine jugendliche Rebellengruppe im Auftrag einer unbestimmten «Organisation». Derweil bewachen die jungen Kämpfer eine Geisel und sollen auf eine Milchkuh aufpassen. Beides verläuft nicht nach Plan.

Was sind Teenager, wenn nicht eine Guerillafraktion, die in ihrer eigenen Welt lebt? Der Film verbindet diese Idee mit den bürgerkriegsähnlichen Konflikten in Kolumbien, lässt aber die Grenzverläufe bewusst im Diffusen: Die Frage, wofür und gegen wen diese Babyface-Soldaten kämpfen, verschwimmt im Gebirgsnebel.

Mehr als die Natursymbole überzeugen die Thrillerqualitäten, besonders im Dschungelteil: Regisseur Alejandro Landes schafft surreal-rauschhafte Bilder und hat einen Sinn für visuelle Experimente. «Monos» sieht in jedem Moment superstylish aus. (blu)

Kosmos

In diesem Film verschwimmen Grenzen: Jugendliche Guerillakämpfer in Kolumbien. Video: Youtube/trigon -film

La paranza dei bambiniVon Claudio Giovannesi; Italien 2019, 110 min.
Drama

Im armen neapolitanischen Viertel Rione Sanità ist es einfacher, ein Mafioso zu werden, als einen regulären Beruf zu erlernen. Dieser auf dem gleichnamigen Roman des Mafia-Experten Roberto Saviano basierende Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von Teenagern, die sich, fast ohne es zu merken, in eine gefährliche Bande von Mördern verwandelt.

Dieser visuell starke Film ist von Anfang an spannend; auf unnötige Gewaltorgien, wie man sie aus anderen Mafia-Filmen kennt, wurde glücklicherweise verzichtet. Minutiös wird hingegen gezeigt, welche unbarmherzigen sozialen und vor allem psychologischen Mechanismen das Leben junger Menschen in einem armen neapolitanischen Viertel prägen. (pfb)

Arthouse Movie, Houdini

Zum Mafioso bestimmt: Der Film erzählt die Geschichte von Teenagern in Neapel. Video: Youtube/Filmcoopi Zürich

Erstellt: 21.08.2019, 16:21 Uhr

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