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Die Südstaaten-Mutter

Im Südstaaten-Drama «Boy Erased» stiehlt die Schauspielerin Nicole Kidman allen die Show.

Schickt ihren Sohn in die Reparativtherapie: Nicole Kidman in «Boy Erased».
Schickt ihren Sohn in die Reparativtherapie: Nicole Kidman in «Boy Erased».

Gibt es eigentlich eine Rolle, die sie nicht beherrscht? Im Fall von Nicole Kidman müsste man wohl länger suchen. Klar, auch in ihrem Werk gibts Misslungenes wie «Grace of Monaco» (2013) oder «Birthday Girl»(2001), aber diese Flops haben nichts mit dem Können der amerikanisch-australischen Schauspielerin zu tun. Es hat schlicht der jeweilige Regisseur versagt.

Kidman schaffte einst den Durchbruch als karrieregeile Wettermoderatorin in «To Die For» (1995). Sie drehte mit Stanley Kubrick, Lars von Trier und Baz Luhrman. Und sie gewann Preise: 2003 gabs den Oscar für ihre Darstellung von Virginia Woolf («The Hours»), 2017 holte sie für eine Upperclass-Lady, die von ihrem Mann verprügelt wird, den Emmy als beste Seriendarstellerin («Big Little Lies»). Viel Lob erhielt sie für das Krimidrama «Destroyer», das hier im April anläuft.

Bedauern mag man höchstens, dass Kidman in den letzten Jahren zu oft mit Botox nachgeholfen hat, was ihrer Mimik alles andere als guttat. In «Boy Erased» merkt man davon zum Glück nicht allzu viel. Kidman spielt eine Südstaaten-Mutter, die mit ansehen muss, wie ihr Sohn in eine Reparativtherapie gesteckt wird. Dort soll er von seiner Homosexualität geheilt werden. Der Film beruht auf der Autobiografie von Garrard Conley – und das ist insofern unglücklich, als es in dramaturgischer Hinsicht keinerlei Überraschungen gibt. Der eigentliche Hingucker ist Kidman. Ihr zuzusehen, wie sie sich von einer passiven zu einer aktiven Figur wandelt, ist ein Erlebnis. Und man wünschte sich, Regisseur Joel Edgerton hätte nicht die Geschichte des Teenagers, sondern die der Mutter erzählt.

In diversen Kinos

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