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Diese Filme laufen diese Woche an

Ein CIA-Agent wird von einem Mädchen enttarnt und in Chile geht eine Brandstifterin um: Diese Filme laufen diese Woche.

Redaktion Kino
An der kurzen Leine: Dave Bautista wurde als Agent enttarnt.
An der kurzen Leine: Dave Bautista wurde als Agent enttarnt.

Cittadini del mondo

Komödie von Gianni Di Gregorio; I 2019, 92 min.

Einsamkeit, eine karge Pension, die römische Hitze: Um diesen drei nicht gerade biblischen, aber immerhin deprimierenden Plagen zu entkommen, schmieden drei ältere Herren den wagemutigen Plan, die Ewige Stadt zu verlassen, um in einem unterentwickelten Land den Lebensabend zu geniessen.

Noch einmal schlüpft Regisseur und Hauptdarsteller Gianni Di Gregorio in die Rolle eines sensiblen Menschen, der sich in einer unfreundlichen Welt nicht zurechtfindet. Ein wunderschöner Film voller Melancholie und Komik, der die existenzielle Überforderung als würdevolle Lebensweise zelebriert. (pfb)

Arthouse Piccadilly

Ema y Gastón

Drama von Pablo Larrain, Chile 2019; 102 min.

Die Tänzerin Ema (Mariana Di Girolamo) und der Choreograf Gastón (Gabriel Garcia Bernal) haben keine eigenen Kinder. Drum adoptierten sie den kleinen Polo, doch der zündelte gern und verbrannte Emas Schwester das Gesicht. Also gab man ihn der Adoptionsbehörde zurück.

Der Chilene Larrain (*1976) hat hervorragende Filme über die Vergangenheit geschaffen, wie «No» und «Jackie». Jetzt wollte er etwas mit Jungen über Junge machen. Der Soundtrack sirrt und wummert, und es sieht geil aus, wenn eine Frau nachts mit einem Flammenwerfer Ampeln und Autos anzündet. Doch insgesamt ist «Ema y Gastón» ein Film, in dem die Frisuren der Figuren wichtiger sind als deren Motivation. (bod)

Kosmos

Like a Boss – Lady Business

Komödie von Miguel Arteta, USA 2020; 83 min.

Ausser einander haben die besten Freundinnen Mel (Rose Byrne) und Mia (Tiffany Haddish) nur eine schwächelnde Kosmetikfirma. Die Chefin eines Schminkimperiums (Salma Hayek) will ihnen helfen, überrollt sie aber mit chauvinistischem Turbokapitalismus.

Was folgt, ist vorhersehbar: Streit, Verschwesterung, ein Hoch auf die Freundschaft. Das Dumme: Die Kosmetikchefin ist nicht nur der unterhaltsamste Teil dieses Films, sondern auch der glaubwürdigste. Salma Hayek spielt sie als Trump-Karikatur mit orangefarbener Perücke und Golfschläger. Jemand nennt sie einmal eine wütende Karotte, und dagegen braucht es mehr als müde Freundschaftsbekundungen und freudlose Pimmelwitze. (SZ)

Abaton, Arena, Corso

Mare

Drama von Andrea Štaka, CH/Kro 2020; 84 min.

Gleich neben dem Flughafen von Dubrovnik führt Mare (Marija Škaricic) ein durch Mann und drei Kinder ausgefülltes, aber keineswegs erfülltes Leben. Der Wunsch, daraus auszubrechen, steigert sich erheblich, als sie einen polnischen Arbeiter kennen lernt.

Marija Škaricic hat schon in den vorherigen Werken von Andrea Štaka, «Das Fräulein» und «Cure», mitgespielt; «Mare» ist nun ganz ihr Film. Die Kamera bleibt meist dicht an ihrer Figur dran, bildet ihren Alltagstrott, ihr Begehren, ihre Leidenschaft ab in jener speziellen haptischen Qualität, wie sie nur analogem 16-mm-Film zu eigen ist. Ein nicht umwerfend origineller Plot, aber wie Štaka das erzählt, wirkt er sehr frisch. (jum)

Riffraff

My Spy – Der Spion von nebenan

Komödie von Peter Segal, USA 2020; 99 min.

Dave Bautista («Guardians of the Galaxy») spielt einen CIA-Mann auf Bewährung. Der hat seinen letzten Auftrag brachial vermurkst, nun soll er mit einer Kollegin eine Witwe und ihre Tochter Sophie (Chloe Coleman) überwachen. Der dröge Job wird dann doch aufgepeppt, als Sophie das mit der Verwanzung mitkriegt und Dave zu ihrem ganz speziellen Agenten ernennt – der ihr das Spionieren beibringen soll. Peter Segal, der Regisseur von «50 First Dates», lässt Bautista und Coleman ihren ganz natürlichen Rhythmus durchziehen, in dem sie sich reiben, ergänzen, gegenseitig hochschaukeln. (SZ)

Abaton, Arena, Stüssihof

Narziss und Goldmund

Literaturverfilmung von Stefan Ruzowitzky, D 2020; 110 min.

Der Mönch Narziss (Sabin Tambrea) nimmt sich eines Jungen namens Goldmund (Jannis Niewöhner) an, den sein Vater im Kloster abgegeben hat. Aber so nah sich die beiden auch stehen, muss Narziss irgendwann einsehen, dass Goldmund fürs Klosterleben viel zu weltlich ist; dennoch stehen die beiden loyal zueinander. Sinn und Geist im Wettstreit, in unterschiedlichen Menschen -- oder vielleicht auch in derselben Person, darum geht es in Hermann Hesses Erzählung, die Regisseur Stefan Ruzowitzky («Anatomie») lange schon verfilmen wollte. Das Ergebnis ist recht konventionell und lässt wenig Inspiration erkennen. (SZ)

Arena, Capitol, Kosmos

The Perfect Candidate

Drama von Haifaa Al-Mansour, Saudi/D 2019; 101 min.

Vor einer saudischen Klinik bleiben Notfallpatienten im Schlamm stecken. Die junge Ärztin Maryam (Mira Alzahrani) nimmt diesen Missstand zum Anlass, um für den Gemeinderat zu kandidieren. Doch die Widerstände sind gross, sogar innerhalb ihrer eigenen Familie.

Es ist ein simples Bild: Der Morast vor der Klinik steht stellvertretend für eine Gesellschaft, die kaum vorwärtskommt. Die saudische Regisseurin Haifaa Al-Mansour («Wadjda») macht aus dieser gleichnishaften Ausgangslage eine Anklage, die man berechenbar und etwas zufällig finden kann, die aber so leichtfüssig daherkommt, dass man sich gerne auf die zahlreichen Konflikte einlässt. (zas)

Arthouse Movie, Kosmos

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