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Diese Woche neu im Kino

In einer Komödie melden sich Senioren bei einem Enkelprogramm. Wir haben die neuen Film der Woche.

Enkel machen Spass: Senioren auf der Hüpfburg.
Enkel machen Spass: Senioren auf der Hüpfburg.

Enkel für Anfänger

Komödie von Wolfgang Groos, D 2020; 104 min.

Drei kinderlose Rentner (Maren Kroymann, Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa) melden sich bei einer Enkel-Agentur an und passen auf den Nachwuchs anderer Leute auf. Das klappt besser als gedacht, nervig sind nur die Erzeuger der Kleinen. Die Aufregung über das «Umweltsau»-Lied des WDR-Kinderchors hat sich gerade erst gelegt, da droht bereits das nächste Rentner-Bashing: In dieser Mehrgenerationenkomödie kurven Senioren mit ihren SUV durch die Stadt, brutzeln Billigfleisch oder buchen Langstreckenflüge nach Neuseeland, damit die Spassverderber im Publikum den Alten ihre CO2-Bilanz vorrechnen können. (SZ)

Arena, Capitol

The Aeronauts

Action von Tom Harper, GB/USA 2019; 100 min.

In den 1860ern: Für die Klimaforschung will James Glaisher (Eddie Redmayne) Messungen in grosser Höhe machen. Dafür braucht er die Ballonpionierin Amelia Wren (Felicity Jones). Am 5. September 1862 erreichen die beiden per Heissluftballon eine Höhe von über 10 000 Metern – Rekord. Doch Sturmwolken, Kälte und Höhenkrankheit setzen ihnen schwer zu.

«Inspiriert von wahren Begebenheiten» heisst es. Na ja. Die Ballonfahrt gab es wirklich, aber die Filmhandlung ist zum grössten Teil erfunden, und Amelia Wren hat nie existiert. Dafür gibts spektakuläre Szenen, bei denen einen leicht die Höhenangst packen kann. Schade, dass man sich dafür durch viele banale Rückblenden und Dialoge kämpfen muss. (ggs)

Abaton, Capitol, Houdini, Kosmos

Birds of Prey (and the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn)

Superheldenfilm von Cathy Yan, USA 2020; 109 min.

Harley Quinn (Margot Robbie) trennt sich vom Joker und steht nun allein da. Sowohl Gothams Polizei als auch der Verbrecherboss Black Mask (Ewan McGregor) haben mit ihr einige Rechnungen offen. In dieser misslichen Lage erhält sie weibliche Schützenhilfe von ungewohnter Seite.

Im grottenschlechten «Suicide Squad» (2017) war die von Margot Robbie gespielte Figur Harley Quinn der einzige Lichtblick. Was der Vorgängerfilm versprochen hatte, liefert jetzt dessen Abkoppelung «Birds of Prey»: knallbunten, kurzweiligen Actionspass. Zwar verliert sich der anarchistische Ansatz mit der Zeit, aber die schlagfertigen Frauen sind eine willkommene Abwechslung im von Testosteron geprägten Actionkino. (dpo)

Abaton, Arena, Corso, Metropol

Honeyland

Dokumentarfilm von Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska, Mkd 2019, 85 min.

In einem mazedonischen Dorf leben nur noch die Imkerin Hatidze und deren schwerhörige, halbblinde Mutter. Dank dem Verkauf ihres Honigs kommen sie knapp über die Runden. Dann kommt eine Nomadenfamilie mit sieben Kindern und 150 Kühen ins Dorf, und das Familienoberhaupt will auch Honig produzieren, freilich nicht so nachhaltig wie Hatidze.

Der Film hat am Sundance Festival drei Preise gewonnen, an den Oscars ist er als beste Doku und als bester internationaler Film nominiert. Nachvollziehbar ist das, abgesehen von der Schönheit der Landschaftsbilder, nicht. Man weiss nicht: Was ist da authentisch, was inszeniert, woran sterben die Bienen und Kälber? Und Hatidzes Gespräche mit ihrer Mutter sind geradezu quälend. (bod)

Arthouse Piccadilly, Kosmos, Stüssihof

Inside Afghanistan

Für ein Hilfswerk reist Roman Giger immer wieder nach Afghanistan. Nun hat er mit einem Filmteam zwei Monate dort verbracht, um ein anderes, positiveres Bild vom Land zu zeichnen und den Alltag der afghanischen Bevölkerung festzuhalten.

Stüssihof

Il traditore

Mafiafilm von Marco Bellocchio, I/F/B/D 2019; 151 min.

Anfang der 80er: Als zwei Mafiaclans auf Sizilien um die Vorherrschaft streiten, kommt es zu einem Krieg mit Hunderten Toten. Der Mafioso Tommaso Buscetta (Pierfrancesco Favino) setzt sich noch rechtzeitig nach Brasilien ab – wird dort aber verhaftet und schliesslich an Italien ausgeliefert. Er entscheidet sich dazu, die Omerta zu brechen und vor Gericht auszusagen. Damit wird er zum wichtigsten Kronzeugen der Mafiaprozesse der 80er und 90er.

Regisseur Marco Bellocchio («I pugni in tasca», «Il diavolo in corpo») stellt die Verbrecher in all ihrer Brutalität und Lächerlichkeit bloss; im Gerichtssaal führen sie sich auf wie Kindergärtner. Pierfrancesco Favino füllt die Hauptrolle mit einer beeindruckenden körperlichen Wucht aus. (ggs)

Arthouse Movie, Houdini

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