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Ein Bauer mit Gewissen

August Diehl spielt in «A Hidden Life» von Regisseur Terrence Malick einen einfachen Mann, der sich den Nazis widersetzt.

Muss sich vor Gericht verantworten: Der Kriegsdienstverweigerer (August Diehl, r.).
Muss sich vor Gericht verantworten: Der Kriegsdienstverweigerer (August Diehl, r.).

August Diehl spielt in «A Hidden Life» den Bauern Franz Jägerstätter. Dafür musste der Darsteller Gras schneiden mit der Sense, das Heu wenden, viel körperliche Arbeit verrichten. Eines Tages schlief er müde auf der Wiese ein. «Als ich aufwachte, war die Kamera von Terrence Malick da und hat mich gefilmt», erzählt Diehl.

Das hat Methode. Der amerikanische Regisseur, der sich niemals in der Öffentlichkeit zeigt, dreht alles. Er verwendet kein künstliches Licht, es gibt keine Pausen für Umbauten. Niemand weiss, wie der fertige Film aussehen wird. Daraus kann mal eine abstruse Abhandlung über Hollywood entstehen («Knight of Cups», 2015). In «A Hidden Life» dagegen ist es die geradlinige Geschichte des realen, gottesfürchtigen Bauern aus den österreichischen Bergen, der sich weigert, für Hitler in den Krieg zu ziehen. Und deswegen hingerichtet wird.

Malick erzählt das auf seine Art: Es gibt viele Off-Stimmen, es gibt Naturbetrachtungen, Dialoge auf Englisch und Deutsch. Und doch bleibt der Sog erhalten: Es ist die Geschichte eines Menschen, der Nein sagt, weil er das für richtig hält. Getragen wird sie vom deutschen Hauptdarsteller August Diehl, der als SS-Offizier in Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» international bekannt wurde. Er sagt über Terrence Malick: «Die Dreharbeiten waren eine gemeinsame Reise. Wie mit einer Band.» Sowie: «Der Stil von Terry» – so nennt er den Regisseur – ist «zärtlich, wie eine Umarmung.»

Dazu gehört auch die letzte grosse Kinoszene des im Februar 2019 verstorbenen Bruno Ganz, ein wunderbares Vermächtnis. Der Schweizer Schauspieler spielt einen Nazirichter. Der einfache Bauer erklärt ihm seine Beweggründe für die Verweigerung. Bis sich der Richter am Ende tatsächlich selber gerichtet fühlt.

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