Ein Mann für die Groben

Polizisten, Exorzisten, Killer: Das Filmpodium feiert den Regisseur William Friedkin.

Die Hauptrolle erhielt er nur zufällig: Gene Hackman in «French Connection».

Die Hauptrolle erhielt er nur zufällig: Gene Hackman in «French Connection».

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The French Connection (1971)
Heroin aus Marseille, Autoverfolgungsjagd unter der Hochbahn von Brooklyn, Polizisten, die sich kaum von Gangstern unterscheiden – der mit fünf Oscars prämierte Thriller «French Connection» bedeutete für William Friedkin den Durchbruch. Er verzichtete auf Studioaufnahmen und setzte die Handkamera ein. Aber es gab auch ein paar entscheidende Zufälle: Der noch unbekannte Gene Hackman durfte den Polizisten nur spielen, weil andere absagten. Und als Gangster wollte Friedkin einen bestimmten Darsteller aus Luis Buñuels «Belle de jour», sein Besetzungsagent verwechselte jedoch die Namen, statt Francisco Rabal erschien Fernando Rey am Set. Er durfte schliesslich bleiben – und wurde zum kongenialen Widerpart. (ml)
Sa 19.5., Mi 23.5., Do 7.6.

The Exorcist (1973)
In Sachen Horror bleibt dieser Film auch 45 Jahre nach seiner Entstehung eine grausige Grösse: «The Exorcist», basierend auf dem gleichnamigen Buch des Jesuiten William Peter Blatty, stellt ein 12-jähriges Scheidungskind (Linda Blair) ins Zentrum, das von einem Dämon befallen wird. Zwei Priester (Max von Sydow, Jason Miller) versuchen darauf, das Höllenwesen zu vertreiben. Friedkin hat diese Attacke des Bösen aufs Bürgertum und die Kirche bemerkenswert distanziert, aber effektvoll inszeniert. Das Obszönitäten schleudernde Mädchen, das auch mal verkehrt rum auf allen vieren die Treppe runterläuft, verstört noch heute. Und ja, dieser Film machte Ekel und Terror im Mainstreamkino salonfähig. (zas)
Do 31.5., Sa 9.6., Mi 13.6.

Killer Joe (2011)
Sollte «Killer Joe» Friedkins letzter Spielfilm bleiben, wäre das ein herrlich unwürdiger Schlusspunkt: Eine Trailer-Familie aus Vollpfosten heuert den Auftragsmörder Joe an, auf dass dieser die Ex-Frau des Vaters beseitige und so deren Lebensversicherung ausgelöst werden kann. Das Material ist schamloseste Kolportage aus dem amerikanischen Drecksleben, stammt also vom Pulitzerpreisträger Tracy Letts. Genüsslich wühlt sich Matthew McConaughey als Killer Joe in die Perversionen hinein – erst als Lustmolch, der die viel zu junge Tochter als Belohnung verlangt, dann als böser Geist, der die moralische Verkommenheit einer Familie aufs Brutalste zerstampft. Was für eine absurd lustige Sauerei. (blu)
Do 14.6., Fr 22.6., Di 26.6.

Mi 16.5. bis Fr 29.6.
Filmpodium
Nüschelerstrasse 11, www.filmpodium.ch

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.05.2018, 16:17 Uhr

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