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Eine Agentin mit Akzent

Die Russen im Film «Anna» müssen Englisch sprechen. Wie kommts?

Russische Agentin mit Akzent: «Anna».
Russische Agentin mit Akzent: «Anna».

Die KGB-Agentin Anna (Sasha Luss) kommt Mitte der 80er nach Paris. Als Model getarnt, begeht sie für den sowjetischen Geheimdienst Morde – gerät damit aber in den Fokus der CIA. Eine schöne Frau macht reihenweise Männer nieder: Hat Luc Besson noch einmal «Lucy» gedreht? Leider nicht: «Anna» erinnert viel stärker an den mittel­mässigen Jennifer-Lawrence-Film «Red Sparrow». Auch dort wird eine junge Frau in den 80ern vom KGB rekrutiert. Und auch dort sprechen die russischen Figuren vorwiegend Englisch mit einem aufgesetzten Akzent.

Eine russische KGB-Agentin arbeitet als Model getarnt in Paris: «Anna». Video: Vimeo/AscotElite

Es kommt immer wieder vor, dass Russland zum Handlungsort in westlichen Filmen wird – dass es dann aber an Russisch sprechenden Darstellern fehlt, oder dass die Produzenten dem Publikum keine fremdsprachigen Dialoge zumuten wollen. Schon die Bond-Filme behalfen sich in solchen Fällen damit, dass russische Figuren zwar konsequent Englisch sprechen. Aber eben mit Akzent. Das hat stets etwas Lächerliches an sich, vor allem, wenns die Schauspieler nicht können.

In «Anna» ist es besonders skurril, weil die Hauptdarstellerin Sasha Luss Russin ist. Aber ihre Schauspielpartner – darunter Helen Mirren als KGB-­Offizierin – stammen aus dem Westen, also muss sich Luss anpassen. Umso stärker fällt auf, wenn sie plötzlich doch noch Russisch sprechen darf – in der einzigen Szene, in der sie zusammen mit einem Landsmann spielt.

Einen anderen Weg gehen Produktionen wie Thomas Vinterbergs U-Boot-Thriller «Kursk» oder die HBO-Serie «Chernobyl». Zwar spielen auch hier westliche Darsteller russische Figuren, die konsequent Englisch sprechen. Das wirkt aber gleich viel weniger lächerlich, da immerhin auf die Akzente verzichtet wird.

«Anna» läuft in diversen Kinos

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