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Es war einmal in der Filmwelt

Von Bruce Lee bis zu Sexfilmen – das sind die wichtigsten Referenzen in Tarantinos «Once Upon a Time in Hollywood».

Hollywoodstar Sharon Tate (Margot Robbie) tanzt bei einer Party.
Hollywoodstar Sharon Tate (Margot Robbie) tanzt bei einer Party.

Westernserien

«Once Upon a Time in Hollywood» spielt im Jahr 1969 und dreht sich um den Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio). Zur Zeit der Handlung ist Dalton ein abgehalfterter Ex-Star, aber Ende der 50er war er gross im Geschäft mit der Westernserie «Bounty Law». Diese ist fiktiv, nimmt aber Anleihen bei der Serie «Wanted: Dead or Alive», in der Steve McQueen einen Kopfgeldjäger spielte. Westernserien waren in den 50ern und 60ern äusserst beliebt – selbst «Star Trek» war nichts anderes als ein Western im Weltraum. Später im Film spricht Dalton als Bösewicht für die Westernserie «Lancer» vor. Die gabs tatsächlich, mit James Stacy (Timothy Olyphant) in einer Hauptrolle. Allerdings ist Daltons achtjährige Szenenpartnerin Trudi (Julia Butters) eine erfundene Figur.

Wilhelm Scream

In einem Ausschnitt aus «Bounty Law» schiesst der Kopfgeldjäger einen Bösewicht von einem Dach – und dieser gibt während seines Falls den berühmten Wilhelm Scream von sich.

Bruce Lee

Der beste Kumpel von Rick Dalton ist sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt). In einer Szene prügelt sich dieser mit Bruce Lee (Mike Moh) und nennt ihn dabei sarkastisch Kato. Das war Ende der 60er die erste grosse Rolle von Lee – die des Sidekicks des Superhelden Green Hornet in der gleichnamigen Fernsehserie. «The Green Hornet» war allerdings nur mässig erfolgreich und wurde nach einer Staffel eingestellt.

Sharon Tate

Bei den Nachbarn von Rick Dalton handelt es sich um Roman Polanski (Rafal Zawierucha) und dessen Ehefrau Sharon Tate (Margot Robbie). Unter anderem sehen wir Tate dabei, wie sie sich ihren eigenen Film «The Wrecking Crew» im Kino ansieht – und sie erinnert sich daran, dass Bruce Lee mit ihr Karate trainiert hat. Tatsächlich war er ein Berater für die Kampfszenen.

Zuvor nimmt Tate eine Anhalterin mit; als diese aussteigt, wünscht sie ihr «schöne Abenteuer in Big Sur». Dabei handelt es sich um eine Küstenregion in Kalifornien, mit der sich Tate bestens auskannte: 1964 spielte sie dort eine winzige Rolle im Drama «The Sandpiper» mit Elizabeth Taylor und Richard Burton. Big Sur gefiel Tate so gut, dass sie über die Jahre viel Zeit dort verbrachte.

Porno-Premiere

Sharon Tate geht mit einigen Freunden auswärts essen. Dabei wundert sie sich über eine Premiere in einem nahen Pornokino. «Sexfilme haben Premieren?» Welcher Film ist gemeint? Man denkt zunächst an «Deep Throat», den ersten Mainstream-Hardcore-Porno, der tatsächlich im Pussycat-Theater in Los Angeles seine Westküsten-Premiere feierte – dieses Kino ist im Tarantino-Film auch kurz zu sehen. Aber: «Deep Throat» kam erst 1972 heraus. Stattdessen geht es in der Szene mit Tate um die damals angekündigte «Weltpremiere» des Aufklärungsfilms «Man & Wife» im Europa Theatre, die tatsächlich im August 1969 stattfand. Das Europa heisst heute übrigens New Beverly Cinema – und seit 2007 gehört es Quentin Tarantino, der dort Retrospektiven und seine eigenen Filme zeigt.

Spaghetti-Western

Ein schmieriger Agent (Al Pacino) empfiehlt Dalton, in Italien Spaghetti-Western zu drehen – in Hollywood sei er zwar abgeschrieben, in Europa könne er aber immer noch grosse Rollen spielen. Tatsächlich galt das für viele amerikanische Schauspieler. Burt Reynolds zum Beispiel, der in den 60ern noch ein unbedeutender TV-Darsteller war, spielte für Sergio Corbucci («Django») die Hauptrolle in «Navajo Joe» (1966). In «Once Upon a Time in Hollywood» geht Dalton nach Italien, um unter der Regie von Corbucci den fiktiven Film «Nebraska Jim» zu drehen. Und der Titel des Tarantino-Films ist natürlich eine Anspielung auf die Sergio-Leone-Filme «Once Upon a Time in the West» (1968) und «Once Upon a Time in America» (1984).

Hier gehts zum grossen Tarantino-Lexikon.

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