Fünf Filme gegen den Januar-Blues

Ob heisse Wüsten oder fremde Planeten: Diese Filme vertreiben die schlechte Laune und das Grau.

Der alte Mann und die Kakteen: Lucky in der texanischen Wüste.

Der alte Mann und die Kakteen: Lucky in der texanischen Wüste.

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A fábrica de nadaVon Pedro Pinho, P 2017; 177 min.
Satire


Die Arbeiter einer Liftfabrik stellen fest, dass ihre Firma heimlich Maschinen abtransportiert. Soll das Werk etwa geschlossen werden? Um genau das zu verhindern, besetzen die Arbeiter das Gelände. Die Chefs versuchen, sie mit Sozialplänen zur freiwilligen Kündigung zu bewegen.
Gedreht mit Laiendarstellern, erzählt der Film von den Folgen der Wirtschaftskrise in Portugal. Das ernste Thema wird immer wieder durch satirische Einschübe gebrochen – da landet zum Beispiel einer der Arbeiter auf der Suche nach alten Gewehren auf einer Straussenfarm, will ein Dokumentarfilmer einen Film über die Besetzung machen oder brechen die Arbeiter in eine Tanznummer aus. Ein Trip zwischen Kaurismäki und Godard. (ggs)

Arbeiter besetzen eine Fabrik: «A fábrica de nada». Video: YouTube/Grandfilm

Xenix, Kanzleiareal
Mo 14.1. – Fr 18.1.


LovelingVon Gustavo Pizzi, Br 2018; 95 min.
Komödie

Ihr Haus in der Nähe von Rio de Janeiro droht über ihnen zusammenzufallen, doch davon lässt sich die sechsköpfige Familie nicht verdriessen. Schliesslich ist der handballerisch begabte älteste Sohn von einem deutschen Club entdeckt worden. Dass er schon in zwanzig Tagen abreisen soll, macht der Mama freilich zu schaffen.
Die ausgezeichnete Karine Teles spielt diese Mutter, und ihre Zwillinge verkörpern die Jüngsten der Familie. Dass der dicke Zweitälteste ständig mit einer Tuba unterwegs ist, wirkt ähnlich bemüht wie der internationale Titel. Aber sonst schaut man den Figuren von «Benzinho» (so der Originaltitel) gern beim Durchwursteln zu. (bod)


Eine brasilianische Mutter gerät in die Krise, als ihr Ältester das Nest verlässt: «Loveling». Video: YouTube/trigon-film

Arthouse Piccadilly

LuckyVon John Carroll Lynch, USA 2017; 88 min.
Komödie


Das war einer der schönsten Filme des vergangenen Jahres – und sicher einer der sonnigsten. Handelt er doch von einem alten Mann (Harry Dean Stanton), der seine letzten Tage in einem texanischen Wüstenkaff verbringt. Yogaübungen nach dem Aufstehen, Zigaretten holen, Gameshows gucken, in der Bar eine Bloody Mary trinken: Der Alte verfolgt die immer gleiche Routine. Bis ihm ein Ohnmachtsanfall bewusst macht, dass er doch irgendwie ziemlich einsam ist.
Die Drehbuchautoren Logan Sparks und Drago Sumonja haben ihrem guten Freund Stanton das Skript auf den Leib geschrieben und dafür angeblich nicht viel mehr gemacht, als seine Lebensweisheiten festzuhalten. Herausgekommen ist eine ganz wunderbare Huldigung an den Schauspieler («Paris, Texas») und zugleich ein Abschied: Stanton ist nur wenige Monate nach der Premiere gestorben. (ggs)

Ein alter Mann verbringt seine letzten Tage in einem texanischen Wüstenkaff: «Lucky». Video: YouTube/Xenix Film

DVD/Blu-ray von Impuls

Young FrankensteinVon Mel Brooks, USA 1974; 106 min.
Komödie

Dr. Frederick Frankenstein (Gene Wilder) reagiert empfindlich, wenn er auf seinen Grossvater und dessen Experimente angesprochen wird. Trotzdem: Als er das Familienschloss erbt und auf die Aufzeichnungen des berühmten Frankenstein stösst, nimmt er dessen Forschung wieder auf, und tatsächlich gelingt es Frederick, seine eigene Kreatur zu erschaffen. Dieser bringt er sogar Stepptanz bei.
Mel Brooks Hommage an den Frankenstein-Film von 1931 sieht dem Original verblüffend ähnlich -- vor allem aber ist «Young Frankenstein» eine umwerfend komische Parodie. Marty Feldman, der Mann mit den Glubschaugen, hat als Frankensteins Assistent seine Paraderolle gefunden. (ggs)


Frankensteins Enkel erschafft selbst eine Kreatur, die Stepptanz beherrscht: «Young Frankenstein». Video: YouTube/FoxHomeEntertainment UK

Filmpodium, Nüschelerstrasse 11
Mi 2.1., 20.45 Uhr
Fr 11.1., 18.15 Uhr
So 10.2., 15 Uhr


Wallance & Gromit: A Grand Day OutNick Park, GB 1989; 23 min.

Dreissig Jahre ist es nun schon her, dass das erste Abenteuer von Wallace und Gromit herauskam. Darin überlegen der schusselige Erfinder und sein Hund, wohin sie in die Ferien fahren sollen. Da kommen sie auf die Idee, zum Mond zu fliegen. Dieser besteht ja immerhin aus Käse.
«A Grand Day Out» ist etwas grobschlächtiger animiert als die späteren Teile, aber bereits sehr, sehr lustig. Und die fremdartige Mondlandschaft hat ihren ganz eigenen Reiz. 1990 war der Film übriges nominiert als bester animierter Kurzfilm – verlor dann aber gegen «Creature Comforts». Immerhin stammte dieser Film ebenfalls von Nick Park. (ggs)


Das erste Abenteuer von Wallace und Gromit kam vor dreissig Jahren heraus: «Wallance & Gromit: A Grand Day Out». Video: YouTube/Wallance and Gromit

«Wallace & Gromit: The Complete Collection»: DVD/Blu-ray von Concorde Video

Erstellt: 08.01.2019, 11:39 Uhr

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