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Hexen im Staatsdienst

Eine märchenhafte Satire aus ­Afrika: Ein kleines Mädchen landet im Film «I Am Not a Witch» im Hexenlager.

Shula wird der Hexerei bezichtigt.
Shula wird der Hexerei bezichtigt.

Ein Bus hält im Hinterland von Sambia. In einem grossen Gehege sitzen an die zwanzig Frauen, sie sind an grossen Spulen festgebunden. «Wozu sind die weissen Bänder an ihren Rücken?», wundert sich eine europäische Touristin. Ein Angestellter erklärt ihr: «Das hindert die Hexen daran wegzufliegen.»

In dem Hexenlager landet auch ein kleines Mädchen (Maggie Mulubwa), das einige Tage zuvor in einem Dorf auftauchte. Niemand wusste, woher es kam oder wie es hiess, seltsame Ereignisse häuften sich, und bald wurde das Mädchen der Hexerei bezichtigt. Die Regierung steckt solche Hexen in Lager, um sie vor dem Zorn der Bevölkerung zu beschützen, dafür stehen die Frauen im öffentlichen Dienst. In erster Linie müssen sie Feldarbeit leisten, aber das Mädchen – inzwischen hat es von den anderen Hexen den Namen Shula erhalten – bekommt darüber hinaus Spezialaufträge. Mr. Banda (Henry B. J. Phiri), der zuständige Regierungsbeamte, holt es beispielsweise zu einem Gerichtsprozess. Einem Mann wurde die Mitgift für seine Tochter gestohlen, es gibt mehrere Verdächtige. Shula muss mithilfe ihrer Kräfte den Schuldigen herausspüren.

Die Regisseurin Rungano Nyoni wuchs selbst in Sambia auf; als sie neun Jahre alt war, zogen ihre Eltern mit ihr nach Wales. Nachdem Berichte über Hexen­verbrennungen in Afrika ihre Aufmerksamkeit geweckt hatten, recherchierte Nyoni vor Ort, besuchte unter anderem ein echtes Hexenlager in Ghana. In ihrem Film überhöht sie die realen Zustände zu einem satirischen Märchen, in dem Hexerei tatsächlich existiert – aber zugleich nimmt Nyoni Aberglaube, Korruption und politische Ränke­spiele aufs Korn. «I Am Not a Witch» ist «Di chli Häx» für Erwachsene.

Houdini Badenerstrasse 173, www.kinohoudini.ch 11.50 Uhr, 16.20 Uhr, 19.10 Uhr

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