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Kampf unter Müttern

Ein Mädchen steht in «Figlia mia» plötzlich zwischen zwei Müttern, die um seine Zuneigung kämpfen.

Eine Tochter zwischen zwei Müttern: Vittoria mit Tina und Angelica (v.l.).
Eine Tochter zwischen zwei Müttern: Vittoria mit Tina und Angelica (v.l.).

Es ist eine Frauenwelt, die Laura Bispuri in ihrem zweiten Spielfilm mit radikalen, eindringlichen Bildern heraufbeschwört. Männer gibt es zwar viele in dem sardischen Dorf, wo «Figlia mia» spielt, doch man sieht sie fast immer nur im Hintergrund; bei der Arbeit, beim Trinken in der Bar.

Im Mittelpunkt stehen zwei Mütter und ein Mädchen: Vittoria (Sara Casu), die ihren zehnten Geburtstag feiert, ihre Pflegemutter Tina (Valeria Golino) und Angelica (Alba Rohrwacher), Vittorias biologische Mutter.

Unterschiedliche, aber unglücklich Mütter

Die Mütter könnten unterschiedlicher nicht sein: Tina ist eine überfürsorgliche Mama, die ihr Mädchen vor allen Gefahren behüten will, während Angelica ein wildes, ausschweifendes Leben führt, säuft wie ein Loch und mit jedem ins Bett geht. Glücklich ist keine von beiden.

Das alles erfahren wir nur aus den Bildern; erklärt wird, zumindest zu Beginn, nichts. Wenn Vladan Radovics grossartige Kamera die karge Landschaft Sardiniens in der Sommer­sonne brennen lässt, wirkt es, als habe die Leidenschaft der Frauenfiguren die ganze Welt in Besitz genommen. Allmählich begreift man: Die dunkle Ruhe, die Tina umgibt, glüht auf ihre Weise genauso intensiv wie die flackrige Unruhe, die von Angelica ausgeht.

Lange wusste Vittoria nichts von Angelica; doch als sie die dünne, blonde Frau bei einem Rodeo das erste Mal sieht, fühlt sich das Mädchen mit dem feuerroten Lockenkopf sofort zu ihr hingezogen. Es beginnt ein Kampf der beiden Frauen um das Mädchen, der sich mit der Zeit in eine gleichberechtigte Dreiecksbeziehung verwandelt. Vittoria sträubt sich dagegen, nur ein Spielball zwischen zwei liebeshungrigen Müttern zu sein, und beginnt, eine Weiblichkeit jenseits von Selbstaufopferung und Selbstzerstörung zu erproben.

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