Kaum einer ist so eindrücklich ausdruckslos wie er

Absolute Coolness, das beherrscht er. Ryan Gosling wird im Xenix gross gefeiert. Aber nicht zum ersten Mal.

Verzieht keine Miene: Ryan Gosling in «Drive».

Verzieht keine Miene: Ryan Gosling in «Drive».

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schon wieder? Eine Retrospektive rund um Ryan Gosling im Xenix? Die letzte ist doch gerade mal fünf Jahre her. Also ein Griff zum ­Telefon, um herauszufinden, was es mit dem Recyceln auf sich hat. «Bei Gosling ist in den ­letzten fünf Jahren unglaublich viel passiert», sagt René ­Moser, Verantwortlicher für das Xenix-Programm.

«2014 war Gosling einer der grössten Stars des ­Independent-Kinos und stand kurz vor dem Sprung zum Topshot seiner Generation.» Dann allerdings wollte er die Schauspielerei laut Berichten sein ­lassen, um sich auf seine Band Dead Man’s Bones zu konzentrieren. Es kam anders – «zum Glück». Gosling sei heute als Schauspieler auf dem Olymp angekommen.

«Ryan Gosling Revisited» also. Ein Blick in die Xenix-Programme von damals und heute zeigt: Von den 15 Gosling-Filmen, die 2014 liefen, werden mit Ausnahme von einem alle noch einmal gezeigt. Plus 7 neue. Warum die Wiederholung? ­Gosling habe sich weiterentwickelt.

Da sind Damien Chazelles Oscarpreisträger «La La Land» – Kitsch kann so schön sein – und «First Man», dieses Mondepos mit einem Gosling, auf dessen Gesicht sich trotz wenig Mimik so viel abspielt. Überhaupt, dieses Gesicht! Absolute Coolness. «Es wirkt reglos und ist doch Spiegel so vieler Emotionen», sagt Moser.

Ein Satz, der uns sofort an Goslings Meilenstein «Drive» denken lässt. Unver­gessen, wie Regisseur Nicolas Winding Refn ihn ungerührt Verbrecher durch die Nacht chauffieren lässt. Gegen aussen hart, dabei völlig geknickt ist Gosling auch in «Blue Valentine». Michelle ­Williams spielt darin seine Frau, und wenn die beiden zusammen das wenige zu retten versuchen, das von ihrer Liebe überlebte, bleibt ein Kloss im Hals.

Das zeigt: Gosling beherrscht sowohl Independent- als auch Mainstream-Kino. Und er will von beidem mehr. 2006 wurde er für seine ­Darstellung des drogensüchtigen Lehrers in «Half Nelson» für den Oscar nominiert, acht Jahre später versuchte er sich mit dem Mystery-Thriller «Lost River» als Regisseur. Allerdings ziemlich erfolglos. Kommerziellen Erfolg hat er dagegen mit den Blockbuster-Produktionen «The Big Short» und «Blade Runner 2049».

Schon wieder Ryan Gosling? Doch, das kann man machen.

Bis Mi 30.10.
Xenix
Kanzleiareal
www.xenix.ch

Erstellt: 09.10.2019, 18:16 Uhr

Artikel zum Thema

Was die Figur des Jokers so reizvoll macht

Er stiehlt Batman regelmässig die Show und bekommt jetzt einen eigenen Film. Die vier Gesichter des Jokers. Mehr...

Die neuen Kinofilme der Woche

Keira Knightley spielt eine Whistleblowerin, und Joaquin Phoenix spielt Batmans Erzfeind Joker. Das Neuste im Kino. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Geldblog Solarenergie: So setzen Sie auf den Megatrend

Sweet Home Da werden wir weich

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...