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Mary Poppins singt wieder

Nach über fünfzig Jahren ist Mary Poppins wieder da. Kann Emily Blunt dem Vorbild Julie Andrews gerecht werden?

Was taugt das Remake? Filmkritiker Gregor Schenker analysiert.

1964 kam «Mary Poppins» ins Kino – jene heimelige Geschichte um eine magische Nanny, die sich um zwei Kinder kümmert und deren strengem Vater eine Lektion erteilt. Fünfzig Jahre später eine Fortsetzung zu drehen, erscheint zunächst wie die profitversessene Geschäftsidee irgendwelcher Disney-Manager – denen verdanken wir ja bereits so lieblose Neubear­beitungen wie «The Jungle Book» oder «Beauty and the Beast». Doch keineswegs: «Mary Poppins Returns» erweist sich als bewusst altmodische und berührende Hommage ans Original.

Das Geschwisterpaar aus dem ersten Teil ist inzwischen erwachsen. Während sich Jane (Emily Mortimer) für die Gewerkschaft engagiert und bisher noch keine Zeit hatte, einen Mann zu finden, hat ihr Bruder Michael (Ben Whishaw) drei Kinder. Doch vor kurzem ist seine Frau gestorben, und weil er keinerlei Geschäftssinn besitzt, steht das Familienanwesen auf dem Spiel. Kann Michael rechtzeitig das nötige Geld auftreiben, um den Bankkredit zurückzuzahlen?

Auch nach 20 Jahren nicht gealtert

Da taucht Mary Poppins (Emily Blunt) wieder auf. In den vergangenen zwanzig Jahren ist sie kein Stück gealtert, aber ihre magischen Kräfte hat sie immer noch – und hält mit deren Hilfe Michaels Rasselbande in Schach.

So zeigt sie den dreien eine bunte Unterwasserwelt in der Badewanne oder unternimmt mit ihnen einen Ausflug in eine Porzellanvase, die von handgemalten Tieren bewohnt wird. Gerade diese Szenen inszeniert Rob Marshall («Chicago») mit beeindruckender Kreativität. Dabei erweist sich Emily Blunt als würdige Nachfolgerin der seinerzeit oscarprämierten Julie Andrews, indem sie der klassischen Rolle neue Seiten abgewinnt – diese Poppins kann auch frivole Scherze machen.

Differenzierte Frauenfiguren

Zwar ist die Handlung um die Hausrettung allzu simpel geraten, und einen Überhit wie «Supercalifragilistic-expialidocious» sucht man unter den Musiknummern vergebens – dafür fällt auf, dass gerade die Frauen­figuren im neuen Film differenzierter gezeichnet sind.

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