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#MeToo bei Fox News

«Bombshell» zeichnet nach, wie sich drei ehrgeizige Journalistinnen gegen ihren zudringlichen Chef zur Wehr setzen.

Im Büro des Übergriffigen: Megyn Kelly (Charlize Theron) und Roger Ailes (John Lithgow).
Im Büro des Übergriffigen: Megyn Kelly (Charlize Theron) und Roger Ailes (John Lithgow).

Filmproduzent Harvey Weinstein ist ja nicht der Einzige, der wegen mutmasslicher sexueller Übergriffe mit Klagen eingedeckt wurde. Ein Jahr vor Bekanntwerden des Weinstein-Skandals – also 2016 – geriet Roger Ailes in den Fokus. Der einstige Berater von Nixon, Reagan und Bush war Gründer und prägende Figur des konservativen Nachrichtensenders Fox News. Er sorgte unter anderem dafür, dass seine Moderatorinnen ausschliesslich in kurzen Röcken zu sehen waren.

«Bombshell» zeichnet nun Ailes’ Fall anhand dreier weiblicher Figuren nach: Gretchen Carlson (Nicole Kidman), Megyn Kelly (Charlize Theron) und Kayla Pospisil (Margot Robbie). Als Carlson es einmal wagt, ungeschminkt in ihrer Show aufzutreten, wird sie zurückgestuft und entlassen. Sie verklagt Ailes (John Lithgow) darauf wegen sexueller Belästigung; beim Sender bricht die Hölle los. Es kommt zu Grabenkämpfen (einige Frauen verteilen «Team Roger»-Shirts), während Aushängeschilder wie Megyn Kelly verdächtig still bleiben.

Die dritte zentrale Frau – Kayla Pospisil – gab es nicht. Sie ist ein Kondensat aus realen Figuren, denen von Ailes «geholfen» wurde. In einer quälend langen Szene sieht man, wie Pospisil in dessen Büro angewiesen wird, ihren Rock höher und höher zu schieben, und wie sich Fassungslosigkeit und Scham in ihr Gesicht eingraben.

Es sind solche stilleren Momente, die den Film von Jay Roach («Austin Powers», «Trumbo») auszeichnen. Das Problem ist nur: Es gibt sie kaum. Stattdessen bemüht sich «Bombshell», den Blick hinter die Fox-News-Kulissen mit Heerscharen von nervös telefonierenden Medienleuten, Anwälten und Beratern zu verstellen. So geht Pospisils Affäre mit einer heimlichen Hillary-­Clinton-Anhängerin (Kate McKinnon), die ausserhalb von Fox News keinen Job mehr finden würde, ziemlich unter.

Was die Klage gegen Ailes betrifft: Irgend­wann heisst es, dass Carlson ihre Treffen heimlich aufgenommen habe. Chef erledigt, Pointe verschenkt. Fox News vergoldete Ailes’ Rückzug übrigens mit 40 Millionen Dollar (er starb ein Jahr später). Carlson erhielt als Schmerzensgeld gerade mal die Hälfte.

In diversen Kinos

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