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Mord ohne Geigen

Wie wirkt Filmmusik, und wie arbeiten Hollywoods Komponisten? Der Dokumentarfilm «Score» gibt Antworten.

So wird in Hollywood Filmmusik eingespielt.
So wird in Hollywood Filmmusik eingespielt.

Können Sie sich die Duschszene aus ­«Psycho» ohne die kreischenden Geigen vorstellen? Eben. Aber ursprünglich hatte Hitchcock die Szene ohne Musik konzipiert: Man sollte nur die Schreie der Frau und das Rauschen des Wassers hören. Wie viel die Musik von Bernard Herrmann zur Wirkung beiträgt, kann man jetzt erleben, denn in «Score» wird dieser berühmte Mord ohne Soundtrack gezeigt.

Solche Dinge machen den ersten abendfüllenden Dokumentarfilm von Matt Schrader sehenswert. Aber einiges daran nervt auch: So springt der Regisseur ­zwischen einer Unmenge von Figuren herum. Nie kann er bei jemandem verweilen. Ausserdem geht es ihm praktisch ausschliesslich um amerikanische Blockbuster. Studio­filme kommen nicht vor, wir hören also weder etwas von Fellini und seinem Komponisten Nino Rota noch von Peter Greenaway und dessen einstigem ­Mitstreiter Michael Nyman.

Überhaupt ist das europäische Kino für Schrader praktisch inexistent. Einzig Ennio Morricones Beitrag zum Italowestern wird gewürdigt. Die Sequenz aus ­«Il buono, il brutto, il cattivo» ist dann aber auch wirklich hervorragend. Stark ist ebenfalls, wie an «The Lord of the Rings» gezeigt wird, wie wichtig die musikalischen Themen einzelner Figuren für das Verständnis der ­Handlung sind. Besonders lustig ist, wenn Brian Tyler («Avengers: Age of Ultron») gesteht, dass er sich manchmal im Klo eines Kinos, wo einer seiner Filme gespielt wird, versteckt, um herauszufinden, ob jemand eine ­seiner Melodien pfeift. Und sehr anrührend ist der Abspann, in welchem James Cameron erzählt, wie der mittlerweile verstorbene James Horner das Hauptthema von «Titanic» komponierte.

Kosmos, Europaallee / Langstrasse www.kosmos.ch Mi, 19 Uhr, Vorpremiere Anschliessend Gespräch mit Schweizer Filmmusikern Ab 11.1. regulär im Kino

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