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Neue Filme aus Hollywood – und Zürich

Im neuen Marvelfilm stösst Ant-Man in den subatomaren Raum vor, Lara Stoll bleibt mit dem Finger im Abfluss stecken, und ein Dieb will aus dem Gefängnis flüchten.

Ist nicht nur glücklich: Die kleine Waise Frida, die im Film «Summer 1993» zu ihrem Onkel aufs Land ziehen muss.
Ist nicht nur glücklich: Die kleine Waise Frida, die im Film «Summer 1993» zu ihrem Onkel aufs Land ziehen muss.

Abracadabra

Von Pablo Berger, E/F/B 2017; 96 min.Komödie

Ein Supermacho (Antonio de la Torre), der vor lauter Fussball seine Frau (Maribel Verdú) nicht mehr wahrnimmt, wird anlässlich eines Hochzeitsfests hypnotisiert. Dabei fährt der Geist eines schizophrenen Mörders aus den Achtzigerjahren in ihn. Der Macho wird zum Hausmann und Discotänzer – aber auch zum potenziellen Massenmörder. Nach dem schwarz-weissen Stummfilm «Blancanieves» hat Berger jetzt einen knallbunten Schwank mit Horrorelementen gedreht. Da wird grimassiert und herumgehampelt, was das Zeug hält. Die beste Figur macht ein Schimpanse, der mal auf einen Kran klettert, mal zum Küchenmesser greift. (bod)

Kosmos

Ant-Man and the Wasp

Von Peyton Reed, USA 2018; 118 min.Comicverfilmung

Wegen seines illegalen Einsatzes in «The First Avenger: Civil War» steht Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd) unter Hausarrest. Aber dann erscheint ihm im Traum Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer), die Gattin von Hank Pym (Michael Douglas), die seit Jahren im subatomaren Raum verschollen ist. Ob Lang sie trotz Fussfessel zurückholen kann? Nach dem düsteren Brocken «Avengers: Infinity War» gibts bei Marvel wieder was zu grinsen: In «Ant-Man and the Wasp» hats Oneliner und Running Gags am Laufmeter. Und zu gucken gibts auch etwas, etwa, wenn sich Mister Pyms Labor problemlos auf Handkoffergrösse schrumpfen lässt oder Ant-Mans Anzug bei der Grössenanpassung ständig klemmt. (zas)

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Metropol

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Catch me!

Von Jeff Tomsic, USA 2018; 101 min.Komödie

Am Ende der sorglosen Neunziger kam «Fight Club» in die Kinos. Dort ging es um Männer, die gesellschaftlichen Zwängen und Ikea-Regalen entfliehen, indem sie sich zu Raufereien verabreden. Das ist ungefähr auch das Prinzip bei Jeff Tomsics Komödie – nur dass sich die Kerle hier einmal im Jahr treffen, um Fangen zu spielen. Das ist naturgemäss erst einmal weniger dramatisch, aber grossteils ganz lustig, und inzwischen ist das echte Leben ja irgendwie auch schon dramatisch genug. (SZ)

Abaton, Arena, Capitol

303

Von Hans Weingartner, D 2018; 113 min.Liebesfilm

Zwei Studierende im Frust: Jule (Mala Emde) ist durch die Biochemieprüfung gerauscht, Politologe Jan (Anton Spieker) kriegt das Stipendium für die Adenauerstiftung nicht. Auf einer Autobahnraststätte kreuzen sich ihre Wege. Erstere fährt im Wohnmobil zum Freund nach Portugal, Letzterer trampt nach Spanien zum leiblichen Vater. Sie nimmt ihn mit. Der Österreicher Hans Weingartner («Die fetten Jahre sind vorbei») assistierte als junger Mann bei Richard Linklater («Before Sunrise»). Mit dem Roadmovie «303» hat er jetzt eine Art Linklater im Wohnmobil gedreht: eine angenehm entschleunigte Boy-Meets-Girl-Geschichte, in der auch sehr viel geredet wird. (ase)

Arthouse Piccadilly, Kosmos

Das Höllentor von Zürich

Von Cyrill Oberholzer, CH 2018; 93 min.Komödie

Die Künstlerin Lara Stoll sollte endlich ihren Song für den Eurovision Song Contest komponieren und ihrer Mutter mit der Website helfen. Dann bleibt Stoll aber mit dem Finger im Abfluss ihrer Badewanne stecken. Ein Quasi-Remake von «127 Hours», irgendwo zwischen Pseudodoku und Experimentalvideo. Lara Stoll und Cyrill Oberholzer haben kein Budget, dafür aber Clips aus dem Internet und eine Liebe zum Trashigen. Wie man es von ihrer Satiresendung «Bild mit Ton» kennt. Das kann auf Spielfilmlänge ganz schön nervtötend werden, aber lustig ist es halt auch. (ggs)

Fr 27.7./Sa 28.7. 23.10 Uhr. Riffraff

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Nico, 1988

Von Susanna Nicchiarelli, I/B 2017; 93 min.Biopic

Die italienische Regisseurin Susanna Nicchiarelli wirft ein Licht auf die letzten Lebensjahre der einstigen Velvet-Underground-Sängerin: Nico (Trine Dyrholm), launisch, abgehalftert und heroinsüchtig, tingelt in den Achtzigerjahren quer durch Europa und gibt in Interviews schnippische Antworten, wenn sie auf ihre Blütezeit in den Sechzigern angesprochen wird. Das Erstaunliche an diesem Film: Obwohl er die Sechzigerjahre ausblendet, erhält man über Umwege und wenig Archivmaterial ein ziemlich komplettes Bild der Künstlerin. Die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm («Die Kommune») trägt zudem Nicos Songs so packend und präzise vor, dass man meint, das Original zu hören. (zas)

Arthouse Piccadilly

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Papillon

Von Michael Noer, USA 2017; 117 min.Abenteuer

Henri «Papillon» Charrière (Charlie Hunman) ist ein Dieb, aber den Mord, dessen er beschuldigt wird, hat er nicht begangen. Dennoch wird er in eine südamerikanische Strafkolonie verschifft. Dort macht er die Bekanntschaft eines Fälschers und beginnt, seine Flucht zu planen. Gelegentlich zeigt dieses Remake des gleichnamigen, auf der Autobiografie des echten Charrière basierenden Gefängnisfilms aus dem Jahr 1973 ein gutes Auge für die Körperlichkeit der Darsteller. Letztlich bleiben jedoch sowohl die Hauptfigur als auch ihr Leidensweg derart schematisch, dass sich echte Empathie nicht einstellen will. (foe)

Abaton, Arena, Capitol

Summer 1993

Von Carla Simón, E 2017; 97 min.Drama

Nach dem Tod ihrer Mutter kommt die sechsjährige Frida (Laia Artigas) zur Familie ihres Onkels aufs Land. Obwohl ihre neue Familie sich ihrer liebevoll annimmt, fällt es dem verwaisten Mädchen nicht leicht, sich in die fremde Umgebung einzugewöhnen. Der autobiografisch inspirierte Film der Spanierin Carla Simón lässt sich ganz auf die kindliche Perspektive seiner Hauptfigur ein. Es gelingt ihr ein einfühlsames, dabei gar nicht sentimentales Bild eines Sommers, dessen Idylle vorhanden, aber nie wirklich heil sein kann. Und wieder einmal ist man baff über die Leistung fantastischer Kinderdarsteller. (jum)

Houdini

What Will People Say

Von Iram Haq, No/D/S 2017; 106 min.Drama

Der Versuch der 15-jährigen Nisha (Maria Mozhdah), ihrer konservativen Familie zum Trotz ein normales norwegisches Teenagerleben zu führen, scheitert, als sie in ihrem Zimmer mit ihrem Freund erwischt wird. Bald findet sie sich im Herkunftsland ihrer Eltern, in Pakistan, wieder. Der Film konzentriert sich ganz auf den mühsamen Kampf seiner Hauptfigur. Der dadurch erschwert wird, dass Nisha diejenigen, die ihr die Freiheit nehmen, gleichzeitig liebt. Etwas allzu schematisch und mit einem Auge für melodramatische Zuspitzungen inszeniert, entwickelt der Film dennoch eine beachtliche emotionale Wucht. (foe)Arthouse Movie

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