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Neues in den Zürcher Kinos

Mary Poppins ist zurück, ein Superheld wird König von Atlantis und eine Doku porträtiert den Musiker Chilly Gonzales.

Ein brasilianischer Junge wird entdeckt – von einem deutschen Handballteam: «Loveling».
Ein brasilianischer Junge wird entdeckt – von einem deutschen Handballteam: «Loveling».

Aquaman

Von James Wan, USA 2018; 143 min. Superheldenfilm

Sobald Arthur Curry (Jason Momoa) seine Superkräfte kennen lernt, den einheimischen Leuchtturm verlässt und sich zur legendären Unterseestadt Atlantis aufmacht, kennt der neueste Beitrag zur DC-Superheldenserie kein Halten mehr.

Als knallbunten Bilderbogen kann man Aquaman eine Weile lang geniessen – ein Schauplatz jagt den anderen, eine Actionszene ist wilder als die nächste, zahllose Nebenfiguren tauchen auf und sind im nächsten Moment wieder verschwunden. Weil es dem Film nicht gelingt, seine zahllosen Attraktionen angemessen zu würdigen, stellt sich auf Dauer Erschöpfung ein. (foe)

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Metropol

Bumblebee

Von Travis Knight, USA 2018; 114 min. Science-Fiction

In den Achtzigern: Eine 17-Jährige (Hailee Steinfeld) hat den plötzlichen Tod ihres Vaters nicht verwunden, die Mutter nervt mit einem neuen Freund. Dann findet die junge Frau auf einem Schrottplatz einen abgerockten gelben Käfer, der ein Eigenleben entwickelt. Es ist ein ausserirdisches Maschinenwesen: der Transformer Bumblebee.

Der neue Transformers-Film ist ganz anders: Produzent Steven Spielberg hatte die Idee, wie bei «E.T.» von einem Teenager aus einer disfunktionalen Vorstadtfamilie zu erzählen, der sich mit einem Ausserirdischen anfreundet. Berührend erzählt Regisseur Travis Knight («Kubo and the Two Strings») die Coming-of-Age-Geschichte und inszeniert den Film schön ironisch als Vintage-Blockbuster. (ase)

Abaton, Arena, Corso, Metropol

Ein geliebter Feind

Von Denis Rabaglia, I/CH 2018; 97 min. Komödie

Ein Professor (Diego Abatantuono) rettet einem Mafiakiller (Antonio Folletto) das Leben. Jetzt will sich dieser bedanken und den grössten Feind des Professors aus dem Weg räumen. Und zwar um jeden Preis.

Die Ausgangslage ist klar, aber die Durchführung so verwirrend und undurchsichtig wie die Struktur der Mafia. Soll das lustig sein? Spannend? Tragisch? Der Schweizer Regisseur Denis Rabaglia («Azzurro») richtet ein ziemliches Chaos an. Nur eines ist klar: Völlig überflüssig – und nur der Schweizer Koproduktion geschuldet – ist ein winterlicher Ausflug der Protogonisten ins verschneite Gstaad. (ml)

Abaton, Capitol

Loveling

Von Gustavo Pizzi, Br 2018; 95 min.Drama

Ihr Haus in der Nähe von Rio de Janeiro droht über ihnen zusammenzufallen, doch davon lässt sich die sechsköpfige Familie nicht verdriessen. Schliesslich ist der handballerisch begabte älteste Sohn von einem deutschen Club entdeckt worden. Dass er schon in zwanzig Tagen abreisen soll, macht der Mama freilich zu schaffen.

Die ausgezeichnete Karine Teles spielt diese Mutter, und ihre Zwillinge verkörpern die Jüngsten der Familie. Dass der dicke Zweitälteste ständig mit einer Tuba unterwegs ist, wirkt ähnlich bemüht wie der internationale Titel. Aber sonst schaut man den Figuren von «Benzinho» (so der Originaltitel) gern beim Durchwursteln zu. (bod)

Arthouse Movie, Arthouse Uto

Mary Poppins Returns

Von Rob Marshall, USA 2018; 131 min. Musical

Die beiden Kinder aus «Mary Poppins» sind inzwischen erwachsen. Während sich Jane (Emily Mortimer) für die Gewerkschaft engagiert, ist ihr Bruder Michael (Ben Whishaw) am Verzweifeln: Nach dem Tod seiner Frau droht ihm und seinen Kindern der Verlust des Familienanwesens. Zum Glück kommt ihnen Mary Poppins (Emily Blunt) zu Hilfe.

Ein Sequel nach 54 Jahren – ist das nicht wieder so eine blöde Hollywood-Idee? Keineswegs: «Mary Poppins Returns» ist auf eine herzige Art altmodisch und wird damit dem Original durchaus gerecht. Zudem erweist sich eine vielseitige Emily Blunt als würdige Nachfolgerin von Julie Andrews. (ggs)

Abaton, Arena, Arthouse Alba, Corso, Houdini, Kosmos

Shut Up and Play the Piano

Von Philipp Jedicke, D 2018; 82 min. Dokumentarfilm

Barpianist Chilly Gonzales bittet seine Fans als Erstes, ihn nicht nur zu lieben, sondern auch zu hassen. Das lässt schmunzeln, auch wenn er es mit einem Augenzwinkern sagt. So wiederholt er auch ständig, er sei ein musikalisches Genie. Aber stimmt schon: Der Mann ist ein begnadeter Entertainer. Unnachahmlich, wie er im Bademantel auf dem Klavier rumhämmert oder bei Pressekonferenzen auftritt, als sei er ein durchgeknallter Hamlet.

Philipp Jedicke zeichnet Chilly Gonzales’ Weg vom lauten Punk-Rap-Perfomer zum immer noch ziemlich lauten Kammer-Künstler nach. Man schaut gern zu, wie Gonzales seinen inneren Erik Satie sucht. Da ist alles drin: der inszenierte Grössenwahnsinn, der Schweiss und ein bisschen sogar das Scheitern. (bsc)

Rifraff

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