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Schmutziger Psychotrip

«Das Höllentor von Zürich» ist ein verwirrender Trip durch die Psyche von Slampoetin und Autorin Lara Stoll.

Steckt fest: Lara Stoll in ihrer Badewanne.
Steckt fest: Lara Stoll in ihrer Badewanne.

Eigentlich wollte sie an den Eurovision Song Contest. Doch erst einmal muss Lara Stoll die Situation in ihrem Zürcher Badezimmer klären. Ihr Finger steckt nämlich gerade im Abfluss fest, weil sie die Haare, die sich darin sammelten, hinunterstossen wollte. Auch flaschenweise Shampoo helfen als Schmiere nicht.

Alkohol, Drogen und Reizdarm sind dauerpräsent

Sowieso stockt in diesem Leben so einiges: Die Website für die Mutter, die sie machen sollte, kommt nicht in die Gänge, der Freund ist weg, dafür sind Alkohol, Drogen und ein Reizdarm dauerpräsent. Die Wohnung ein Miststall. Dieses ganze Leben ist alles andere als aufgeräumt. Und nun steckt sie auch noch in ihrer eigenen Badewanne fest.

Wer glaubt, das alles seien lösbare Probleme, es bräuchte nur ein bisschen Zeit und Wille, um alles wieder in geordnete Bahnen zu lenken, täuscht sich. Lara Stoll, die in diesem Film, man vermutet es, eine abgefuckte Version ihrer selbst spielt, gerät in der Badewanne in einen wilden, knallbunten Taumel aus Selbstzweifeln und Psychosen. Der von Filmminute zu Filmminute schlimmer, greller und irritierender wird. Bilder ihres früheren Selbst erscheinen, Hochhäuser krachen ein. Sie führt ein Skypegespräch mit sich selber. An die Stelle von Selbsterkenntnis tritt totale Verwirrung.

Inspirierende Momente und kreative Einfälle

Der Regisseur Cyrill Oberholzer, auch er spielt im Film sich selbst, hat zusammen mit der Slampoetin, Autorin und Sängerin Lara Stoll diesen Film mit wenig Geld realisiert. Wer über Nahaufnahmen aus dem Verdauungstrakt, Blut oder Selbstverstümmelung wegsehen kann, findet darin auch Dutzende inspirierende Momente und kreative Einfälle en masse. Dass dieser schmutzige Psychotrip, dieses Zürcher Höllentor in unmittelbarer Nähe der aufgeräumten und hochglanzpolierten Europaallee liegt, macht die Sache nur noch besser.

Fr 27. Juli/Sa 28. Juli, 23.10 Uhr Riffraff Langstr./Neugassewww.riffraff.ch

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