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Sie hatte keine Angst

Strassenmädchen, Prostituierte, eiserne Mutter: Simone Signoret zeigte Mut in ihren Rollen. Drei Filmhighlights.

Simone Signoret und Marcello Mastroianni in «Aduna e le compagne».
Simone Signoret und Marcello Mastroianni in «Aduna e le compagne».

«Du bist immer aufrichtig, ich bin es nie», sagte Laurence Olivier einmal erschrocken zu ihr. Die Aufrichtigkeit von Simone Signoret (1921–1985) zeigte sich nicht nur in ihrer Erlebnisfähigkeit und der Leidenschaft, mit der sie für ihre politischen Überzeugungen einstand. Sie liess das Publikum auch furchtlos an ihrem Älterwerden teilhaben. Das Filmpodium porträtiert eine Schauspielerin, die ihrem Äusseren traute.

Casque d’or

Von Jacques Becker, F 1952; 96 min.

Ihre laszive, robuste Sinnlichkeit scheint Signoret anfangs auf das Rollenfach des gutherzigen Strassenmädchens festzulegen, dem sie in «Macadam» und «Dedée d’Anvers» Glanzlichter aufsetzt. In Jacques Beckers lyrischem Unterweltmelodrama «Casque d’or» unterläuft sie ihr Image. Marie ist eine stolze, eigenwillige Frau, die ihrem Begehren entschlossen Geltung verschafft. Signorets Schönheit hat an Wärme und Reife gewonnen. Welches Glück für Serge Reggiani, der an ihrer Seite verletzbar und schmächtig wirkt.

Sa 16.2., 20.45 Uhr; Fr 22.2., 15 Uhr Mi 27.2., 18.30 Uhr

Adua e le compagne

Von Antonio Pietrangeli, I 1960; 119 min.

Während die trauernden Freier nach der Schliessung des Bordells noch einen Kranz vor der Tür niederlegen, schmieden einige der Prostituierten schon neue Pläne: Angeführt von Adua (Signoret) eröffnen sie ein Restaurant. Mit zärtlichem Sarkasmus ­porträtiert Antonio Pietrangeli vier gegensätzliche Charaktere, die er mit je eigenem Rhythmus filmt. Die Lebensentwürfe mögen scheitern, aber die Kamera umfängt das wunderbare Darstellerensemble mit komplizenhafter Sinnlichkeit.

Mo 4.3., 20.45 Uhr; Fr 8.3., 18.15 Uhr So 10.3., 15 Uhr

Les granges brûlées

Von Jean Chapot, F / I 1973, 95 min.

Zwei Jahre nach ihrer epochalen Begegnung in «La Veuve Couderc» treffen Signoret und Alain Delon erneut aufeinander: diesmal nicht als einfühlsam aneinander reifende Liebende, sondern als Gegenspieler. Er muss als Untersuchungsrichter den Mord an einer jungen Frau aufklären; sie will als eisernes Familienoberhaupt ihren verdächtigen Sohn schützen. Wie aus Feindseligkeit allmählich Respekt wird, ist grosses, intimes Schauspielerkino.

Do 28.2., 18.15 Uhr; Mi 6.3., 15 Uhr

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