Sushi, Nudeln und Krieg

Ab heute präsentiert das Filmfestival Ginmaku zum 5. Mal aktuelles japanisches Kino. Drei Highlights.

«Tokyo 21st October»: Wenn Sushi zum Albtraum wird.

«Tokyo 21st October»: Wenn Sushi zum Albtraum wird.

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Tokyo 21st OctoberVon Hiroshi Okuyama, Jap 2017; 12 min.

Eine Sushi-Bar in Tokio: Eine Mutter isst dort mit ihrem erwachsenen Sohn. Ihm ist furchtbar peinlich, dass sie sich lauthals über ihre eigene Mutter beschwert und den Kellner anherrscht. Dieser hat einen Fischkopf, und die Begegnung mit der älte­ren Frau wird für ihn nicht gut ausgehen. Witzig ist das, und aufwendig animiert – der Regisseur schoss 3000 Fotos als Grundlage. Der Kurzfilm läuft im Zeichentrick-Block.

Anime-Block mit «Tokyo 2st October»: Do 23.5., 18.50 Uhr; Sa 25.5., 21.30 Uhr; So 26.5., 11.30 Uhr

Skurril Situation: Mutter und Sohn in einer Sushi-Bar. Video: YouTube/GINMAKU Japanese Film Festival

ComplicityVon Kei Chikaura, Jap/China/F 2018; 116 min.

Japan von unten: Ein Chinese (Yulai Lu) weilt illegal im Land, um Geld zu verdienen; mit seinem falschen Ausweis findet er eine Stelle in einem Nudelrestaurant. Der Besitzer ist ihm wie ein Vater, und er lernt eine hübsche Künstlerin kennen. Doch da wird seine Brieftasche gestohlen. Ein spannendes Drama um ökonomische Zwänge – und darüber, wie man Soba-Nudeln macht.

Mi 22.5., 18.15 Uhr, Eröffnung im Riffraff in Anwesenheit des Regisseurs;
Sa 25.5., 12.30 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs; So 26.5., 20.40 Uhr

Soziale und ökonomische Zwänge verarbeitet in «Complicity». Video: YouTube/GINMAKU Japanese Film Festival

HanagatamiVon Nobuhiko Obayashi, Jap 2017; 168 min.

40 Jahre lang arbeitete Nobuhiko Obayashi an diesem Kriegsdrama. Der inzwischen 81-jährige Regisseur verarbeitete darin Kindheitserinnerungen: Er erzählt von einer Gruppe Jugendlicher während des Zweiten Weltkriegs. Die Teenager erleben die erste Liebe und rauchen die erste Zigarette, sind aber auch durch den Nationalismus geprägt: Die Jungen träumen davon, sich im Krieg zu bewähren, die Mädchen fürchten, ihren Schwarm an der Front zu verlieren.

Regisseur Obayashi ist bekannt für «Hausu», seinen durchgeknallten Geisterhausfilm von 1977. Sein Alterswerk «Hanagatami» ist sogar noch wilder: Da überlagern sich ständig verschiedene Bild- und Tonebenen – und alle Jugendlichen werden von erwachsenen Darstellern gespielt.

Sa 25.5., 18 Uhr; So 26.5., 12 Uhr

Träume, Krieg und Liebe im Drama von Nobuhiko Obayashi. Video: YouTube/GINMAKU Japanese Film Festival

Houdini
Badenerstr. 173
Mi 22.5.–Mo 27.5.
www.ginmaku-festival.com

Erstellt: 15.05.2019, 12:10 Uhr

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