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Über dem Regen­bogen

In «Judy» spielt Renée Zellweger Judy Garland und wächst dabei über sich hinaus. Damit darf sie auf einen Oscar hoffen.

Der einstige Kinderstar mit dem eigenen Nachwuchs: Judy Garland gespielt von Renée Zellweger.
Der einstige Kinderstar mit dem eigenen Nachwuchs: Judy Garland gespielt von Renée Zellweger.

Wieder ein Musikfilm: Nach Freddie Mercury («Bohemian Rhapsody») und Elton John («Rocketman») bekommt nun auch Judy Garland eine Kinoverfilmung ihres Lebens. Sie war bekannt als Schauspielerin, zum Beispiel mit «Meet Me in St. Louis» und einer früheren Version von «A Star Is Born». Aber «Judy» konzentriert sich auf ihre letzten Jahre, die sie als Sängerin in London verbrachte. Wo sie grossartige Konzerte gab. Aber auch grandios abstürzte.

Judy Garland (1922–1969) war einer der ersten Kinder­stars der Filmgeschichte. Louis B. Mayer, der mächtige Studioboss von Metro-Goldwyn-Mayer, machte ihre Ausbildung zur Chefsache. Er prägte das öffentliche Bild von ihr und liess mit Tabletten sowie allerlei anderen Mitteln nachhelfen, wenn das Kind nicht gefügig war. Als Garland 1939 mit «The Wizard of Oz» und dem dazugehörigen Lied «Over the Rainbow» weltberühmt wurde, war sie längst süchtig.

Judy Garland heiratete fünfmal und sagte mit dem ihr eigenen Witz: «Immer, wenn ich eine Hochzeits­torte anschneide, hoffe ich, dass es dieses Mal kein Idiot ist.» (Es war aber meistens einer.) Die Mutter von Liza Minnelli wurde zu einem Idol der Schwulen. Sie war schlagfertig, oft himmelhoch jauchzend, oft todtraurig. Und sie sang, wenn sie denn konnte, wie eine Göttin.

Aber wer kann so etwas spielen? Renée Zellweger, der Hollywoodstar mit Schweizer Wurzeln, macht das ausserordentlich gut. Sie war, wie sich ein US-Kritiker ausdrückte, in ihrer Karriere auch schon «Über dem Regen­bogen». Hier trifft die ehemalige Bridget Jones, nicht nur beim Singen, in allen Höhen und Tiefen den richtigen Ton. Ihr als Judy zuzusehen, ist ein Ereignis. Und weil Hollywood Musikfilme liebt, dürfte ihr eine Oscar-Nomination in diesem doch eher konventionellen Biopic sicher sein.

Ab Do 2.1. In diversen Kinos

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