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Vom Holzhacken nach Hollywood

In «Birds of Prey» steht die Australierin Margot Robbie im Zentrum. Dahinter steckt eine beeindruckende Karriere.

Nimmts mit jedem Gangster auf: Harley Quinn (Margot Robbie).
Nimmts mit jedem Gangster auf: Harley Quinn (Margot Robbie).

Porträt Zurzeit führt kein Weg an ­Margot Robbie vorbei, ist sie doch in zwei der meistdiskutierten Filme zu sehen: Einerseits in Tarantinos «Once Upon a Time in Holly­wood», andererseits in «Bombshell». Darin ist sie eine Journalistin bei Fox News, die mit sexueller ­Belästigung konfrontiert wird. Für ihre Darstellung in «Bomb­shell» wurde sie nun mit einer Oscarnominierung geehrt – bereits die zweite nach ihrer Rolle als berüchtigte Eiskunstläuferin Tonya Harding in «I, Tonya» (2017).

Robbie ist sehr schnell steil auf­gestiegen, wenn man bedenkt, dass die 30-jährige Australierin erst vor einigen Jahren mit «The Wolf of Wall Street» (2013) dem breiten Kinopublikum bekannt wurde. In der Börsensatire spielte sie die Freundin eines skrupellosen Maklers (Leonardo DiCaprio). Allerdings drohte just dieser Durchbruch sie auf ein ­Klischee zu reduzieren: In Martin Scorseses Drehbuch ist Robbies Figur als «heisseste Blondine überhaupt» beschrieben.

Dementsprechend wurde sie auf der Leinwand inszeniert und von den männ­lichen Zuschauern rezipiert. «Mir wäre es lieber, wenn man über meine Arbeit und nicht über mein Aussehen spräche», sagte die Schauspielerin damals in Interviews.

Aufgewachsen ist Robbie im Bundesstaat Queensland. Die Gegend ist abso­lutes Hinterland, Outback nennen es die Aussies: «Wir haben auf einer kleinen Farm gelebt, hatten zwei Kühe, und ich musste nach der Schule Holz hacken.» Nach Schulabschluss zog sie nach ­Melbourne und fand wie einige andere australische Schauspieler – Russell Crowe, Naomi Watts, Heath Ledger – über eine Rolle in einer einheimischen Seifenoper den Weg nach Hollywood.

Mit Scorseses Film wurde sie berühmt, aber als schlagfertige Harley Quinn im Superheldenfilm «Suicide Squad» (2017) fand sie eine riesige Fangemeinde. Diese Quinn war eigentlich eine Bösewichtin, wurde aber dazu gezwungen, für die Regierung zu arbeiten.

Die meisten Berichte über Margot Robbie erwähnen nur beiläufig, dass sie ihre eigene Produktionsfirma besitzt. Dabei müsste man es fett hervorheben, denn ihr Ziel ist, auch hinter der Kamera Einfluss auf die kreativen Prozesse in der Filmindustrie zu nehmen. In «Birds of Prey» etwa übernahm Robbie nicht nur die Hauptrolle, sondern sorgte als Produzentin gleich dafür, dass der Film in puncto Schauspiel, Drehbuch und Regie komplett in Frauenhänden war.

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Birds of Prey

Superheldenfilm von Cathy Yan, USA 2020; 109 Min.

Harley Quinn (Margot Robbie) trennt sich vom Joker und steht nun allein da. Sowohl Gothams Polizei als auch der Verbrecherboss Black Mask (Ewan McGregor) haben mit ihr einige Rech­nungen offen. In dieser misslichen Lage erhält sie weibliche Schützenhilfe von ungewohnter Seite. Im grottenschlechten «Suicide Squad» (2017) war die von Margot Robbie gespielte Figur Harley Quinn der einzige Lichtblick. Was der Vorgängerfilm versprochen hatte, liefert jetzt dessen Abkoppelung «Birds of Prey»: knallbunten, kurzweiligen Actionspass. Zwar verliert sich der anarchistische Ansatz mit der Zeit, aber die schlagfertigen Frauen sind eine willkommene Abwechslung im von Testosteron geprägten Actionkino. (dpo)

In diversen Kinos

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