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Die neuen Kinofilme in Zürich

Zwei vermeintliche Mörder werden verfolgt und gefeiert und das US-Reboot eines japanischen Horrorfilms.

Auf der Flucht vor Polizeigewalt: Queen (Jodie Turner-Smith) aus «Queen & Slim».
Auf der Flucht vor Polizeigewalt: Queen (Jodie Turner-Smith) aus «Queen & Slim».

Queen & Slim

Drama von Melina Matsoukas, USA 2019; 132 min.

Als ein junges schwarzes Paar (Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith) von einem Streifenwagen angehalten wird, eskaliert die Situation, und der Polizist kommt zu Tode. Die Flucht der angeblichen Mörder schlägt medial hohe Wellen, derweil sich die afroamerikanische Community mit den beiden solidarisiert.

Regisseurin Melina Matsoukas mischte im Musikvideo für Beyoncés «Formation» Polizeibrutalität, Rassismus und Black Pride zu einem visuell betörenden und aussagekräftigen Kunstwerk. In ihrem Spielfilmdebüt «Queen & Slim» greift sie zwar auf dieselbe Rezeptur zurück, erreicht aber nicht die gleiche Sprengkraft. Stattdessen wirkt es einfach so, als hätte sie ein fünfminütiges Musikvideo auf Spielfilmlänge aufgebläht. (dpo)

Arena, Capitol, Kosmos

The Current War

Drama von Alfonso Gomez-Rejon, USA 2017; 105 min.

Ende des 19. Jahrhunderts findet der sogenannte Stromkrieg statt. Wer setzt sich durch? Thomas Edison (Benedict Cumberbatch) mit dem Gleichstromsystem oder George Westinghouse (Michael Shannon) mit dem Wechselstromsystem? Wichtige Rollen spielen dabei der Erfinder Nikola Tesla (Nicholas Hoult) – und ein Pferd. Regisseur Alfonso Gomez-Rejon («Me and Earl and the Dying Girl») inszeniert diese bestimmende Episode am Beginn des elektrischen Zeitalters in atem­beraubendem Tempo. Dazu liefert ihm der südkoreanische Kameramann Chung-hoon Chung («Oldboy») fantastische Bilder. Unglaublich dynamisch und voller Energie ist das. (ggs)

Abaton, Corso, Kosmos

The Grudge

Horror von Nicolas Pesce, USA 2020; 94 min.

Ein Haus, in dem ein Mord geschehen ist, belegt alle, die es betreten, mit einem Fluch und treibt sie in den Tod. Davon erzählt dieses Reboot des US-Remakes einer japanischen Horrorfilmreihe («Ju-On»). Ein solch redundantes Prinzip müsste eigentlich schiefgehen, tut es aber nicht. Denn mit Nicolas Pesce («The Eyes of My Mother») ist einer der vielversprechendsten jungen Horrorregisseure am Werk, und er macht etwas Unerhörtes: Er nimmt die Prämisse ernst und liest sie als düstere Parabel über Trauerarbeit. (SZ) Der Schweizer Verleih zeigt nur die deutsche Synchronfassung.

Abaton, Arena

Les Misérables

Drama von Ladj Ly, F 2019; 103 min.

Gleich an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in einem Pariser Vorort wird Stéphane (Damien Bonnard) ins kalte Wasser geworfen: Gemeinsam mit zwei Kollegen wird er mit einer Situation konfrontiert, die von allseitigem Misstrauen und Gewaltbereitschaft geprägt ist.

In seinem Regiedebüt, das entfernt von Victor Hugos gleichnamigem Roman inspiriert ist, zeichnet Ladj Ly nach, wie schnell eine scheinbar harmlose Situation eskalieren kann, wenn der soziale Zusammenhalt einer Gesellschaft nicht mehr funktioniert. Die Art und Weise dieser Eskalation mag etwas überkonstruiert wirken; aber «Les misérables» lebt ohnehin in erster Linie von einer beeindruckend dichten, klaustrophobischen Milieuschilderung. (foe)

Arthouse Piccadilly, Riffraff

Öndög

Drama von Wang Quan’an, Mon 2019; 100 min.

In der mongolischen Steppe liegt ein Toter. Das nervt den Polizeichef, der kurz vor der Pensionierung eine ruhige Kugel schieben wollte. Aber die Untersuchungen ziehen sich dahin, deshalb stellt er den Jüngsten seiner Truppe ab, um die Leiche in der kalten Nacht zu bewachen. Zum Glück ist in der Gegend noch eine sehr eigenständige Hirtin, die dem Unerfahrenen zu Hilfe kommt.

Die Steppenlandschaft, in der die erste Stunde des Films spielt, wirkt zuerst eintönig, aber in ihrem grossartigen Licht spielt sich die ungewöhnlichste Polizei- und Liebesgeschichte der Saison ab. Die Fortsetzung an neuen Schauplätzen ist später etwas gesuchter – kann aber den hervorragenden Gesamteindruck nicht schmälern. (ml)

Houdini

Les particules

Drama von Blaise Harrison, CH/F 2019; 98 min.

Der 17-jährige P.A. (Thomas Daloz) bereitet sich zusammen mit seinen Kumpeln im Pays de Gex am Jurasüdfuss auf die Matur vor, wenn er nicht gerade auf Partys geht. Nach einer Führung durchs Cern in Genf geschehen in der Region aber seltsame Dinge.

Die Idee ist bestechend: Pubertät und Erwachsenwerden sind wie die Erzeugung eines neuen Zustands der Materie, also wie das, was der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider unter der Erde simuliert. Ein Jugendfilm mit Science-Fiction-Elementen also mit hübschen Formexperimenten, aber das alles ist wenig zwingend. (blu)

Xenix

Vier zauberhafte Schwestern

Kinderfilm von Sven Unterwaldt, D/A/I/B 2020; 97 min. Ab 4 Jahren

Flame, Marina, Flora und Sky leben in einem riesigen Schloss, gewinnen mit ihren Gesangskünsten jeden Musikwettbewerb – und haben Zauberkräfte. Feuer, Wasser, Erde und Luft: Jede der vier Schwestern beherrscht ein Element dank einer geheimen magischen Quelle im Keller. Auf die hat es die böse Glenda (Katja Riemann) abgesehen. Die Schwestern müssen zusammenhalten. Sven Unterwaldts («Tabaluga») Kinoadaption der beliebten Buchreihe von Sheridan Winn macht nicht nur Fans Spass, auch weil Katja Riemann so wunderbar Kröten spuckt. (SZ)

Abaton, Arena

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