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Vorzeigefigur des German Mumblecore

Der Regisseur Jackob Lass liebt das Improvisieren. Aber geht das, wenn er einen Roman verfilmt?

Improvisationskino aus Deutschland: Jakob Lass mit der vielleicht ersten improvisierten Romanverfilmung.
Improvisationskino aus Deutschland: Jakob Lass mit der vielleicht ersten improvisierten Romanverfilmung.

Der Wahlberliner Jakob Lass hat Tino Hanekamps Roman «So was von da» verfilmt. Doch eigentlich ist Lass bekannt dafür, dass er ohne vorgegebene Geschichten auskommt: Sowohl für «Love Steakes» als auch für «Tiger Girl» gabs nur ein Drehbuchgerüst, in dessen Rahmen Schauspieler und Crew improvisieren. Fogma nennt sich das, in Anlehnung an das dänische Dogma 95. Damit wurde Lass zur Vorzeigefigur des sogenannten German Mumblecore: ­junges Low-Budget-Improvisationskino aus Deutschland.

«So was von da» soll dann auch keine gewöhnliche Romanadaption sein, sondern «die vielleicht erste improvisierte Romanverfilmung», so Lass. Das erweist sich in der konkreten Umsetzung als eher banal: Der Film folgt der Handlung von Hanekamps Vorlage, die Schauspieler improvisieren halt einfach ihre Dialoge innerhalb der abgesteckten Szenen. Es geht also auch im Film um Oskar (Niklas Bruhn), der in Hamburg einen Club betreibt. Dieser steht kurz vor dem Ende: Es gibt noch einmal eine grosse Silvesterparty, dann ist Schluss. Gerade da erpresst ein Kiez­gangster 10 000 Euro von Oskar.

Einfallsreich ist diese Prämisse nicht, und auch der weitere Verlauf der Handlung hält kaum Überraschungen parat, die Witze sind abgedroschen. Der Roman hat einen gewissen Kultstatus, aber gut ist er nicht – jedenfalls ist die Verfilmung umso besser, je weiter sie sich davon löst. Die improvisierten Dialoge wirken lebendiger als die von Hanekamp, und fast schon genial wirds, wenn Lass die Szenen aus dem Buch ins Surreale überhöht: Aus einem tennisballgrossen Tumor wird ein echter Tennisball, den Oskar aus dem Hirn des erkrankten Freundes herausholt. Und man fragt sich: Was könnte Jakob Lass aus einem guten Roman herausholen?

Ab Do 16.8. Riffraff Neugasse 57, 8005 Zürichwww.riffraff.ch

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