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Wenn Bienen töten

Die Doku «Honeyland» erzählt die Geschichte einer Imkerin, bekommt viele Preise und stört Schweizer Politiker.

Die Bienen sind ihr Leben: Hatidze geht mit ihren Bienen rücksichtsvoll um.
Die Bienen sind ihr Leben: Hatidze geht mit ihren Bienen rücksichtsvoll um.

Eigentlich ist das ja toll: Ein winziger Film aus einem Land, von dem kaum ein Amerikaner weiss, wo es liegen könnte, wird gleich für zwei Oscars nominiert – beste Doku, bester internationaler Film – und erregt den Unwillen der SVP, weil er vom Deza ­mitfinanziert wurde. Ausserdem sind die Bilder der nordmazedonischen Landschaft wirklich wunderschön.

Doch worum gehts? In einem entvölkerten Dorf leben nur noch die Imkerin Hatidze und deren schwerhörige, halb blinde Mutter. Dank dem Verkauf ihres Honigs kommen sie knapp über die Runden. Hatidze geht aber auch sehr achtsam mit ihren Bienen um: Wenn sie Honig holt, lässt sie ihnen immer die Hälfte davon. Dann aber kommt eine Nomadenfamilie mit sieben Kindern und 150 Kühen ins Dorf.

Dass sie Krach machen, stört Hatidze weiter nicht, mit einem der Jungen freundet sie sich sogar an, und als dessen Vater auch Honig produzieren will, zeigt sie ihm, wie es geht. Doch in seiner Gier und weil er neun Mäuler stopfen muss, lässt der Mann den Bienen eben nicht die Hälfte des Honigs, und aus Wut darüber stechen seine Bienen diejenigen der nachhaltig arbeitenden Hatidze tot. Damit nicht genug: Es sterben dem Mann massenhaft Kälber weg, wofür er seiner Frau die Schuld zuschiebt.

Gern wüsste man: Was in diesem angeblichen Doku­mentarfilm ist echt, was ist inszeniert? Gibt es das wirklich, dass Bienen aus Frust über Ausbeutung andere Bienen totstechen? Und warum verrecken all diese Kälber? Schon vor den Oscarnominierungen wurde «Honey­land» mit Preisen überschüttet. An der Qualität des Films kann das nicht liegen. Aber es geht darin im weitesten Sinn um Nachhaltigkeit, Rücksicht auf die Natur, und so ist sein Erfolg wohl dem Greta-Effekt zu verdanken.

In diversen Kinos

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