Wer liebt mich wirklich?

In «Une vie ailleurs» reist eine Französin nach Uruguay, um ihren entführten Sohn zurückzuholen.

Diese Mutter (Isabelle Carré) will ihr Kind zurück.

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Sylvie ist am Ende ihrer Kräfte. Zusammen mit dem Sozialarbeiter Mehdi ist die Kellnerin von Frankreich nach Uruguay gereist, um ihren neunjährigen Sohn Felipe zurückzuholen. Den hat der Vater nach der Scheidung vor vier Jahren entführt. Da Sylvie durch ihre Ex-Schwiegermutter erkannt würde, schickt sie Mehdi vor, um den Knaben zu seiner Mutter zurückzubringen.

Rasch erkennt Mehdi, dass es Felipe sehr gut geht: Seit dem Tod seines Vaters wohnt er bei seiner Grossmutter und seiner Tante Maria. Die schöne und sympathische junge Frau hat auf ein eigenes Leben verzichtet, um sich ihres Neffen anzunehmen. Und der glaubt, seine Eltern seien tot.

«Une vie ailleurs» ist erst der zweite Spielfilm von Olivier Peyon, der sich vor allem mit Dokumentarfilmen einen Namen gemacht hat. Ausgangspunkt für das Drehbuch, das Peyon zusammen mit Cécilia Rouad geschrieben hat, war denn auch eine wahre Geschichte; und wie Peyon das Leben in der Kleinstadt in Uruguay zeigt, hat dokumentarischen Wert.

Der Regisseur kann aber auch Schauspieler führen: Isabelle Carré legt die Figur von Sylvie so fiebrig vor Erschöpfung an, dass man es kaum aushält. Und wenn Dylan Cortes als Felipe schmollt, erinnert er an einen jungen Delon. María Dupláa ist so hinreissend als Maria, dass man gut versteht, dass Mehdi sich in sie verliebt. Und dessen Darsteller Ramzy Bedia liefert mal wieder den Beweis, dass Komiker durchaus ernste Rollen spielen können. Peyon wirft die Frage auf: «Wer ist wichtiger: die Frau, die ein Kind geboren hat, oder die, welche sich tatsächlich um es kümmert?» – «Une vie ailleurs» ist bis zum Schluss überraschend und berührend.

Arthouse Movie. (Zueritipp)

Erstellt: 17.05.2017, 14:11 Uhr

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