Zum Hauptinhalt springen

Wir wissen, was diese Woche im Kino läuft

Rambo kämpft gegen ein mexikanisches Drogenkartell und Brat Pitt fliegt zum Neptun. Das Neuste im Kino.

Schiessen kann er: Rambo (Sylvester Stallone) hat sein Ziel im Visier.
Schiessen kann er: Rambo (Sylvester Stallone) hat sein Ziel im Visier.

Ad Astra

Von James Gray, USA/Br/China 2019; 122 min.Science-Fiction

Nasa-Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) erfährt, dass sein vor 20 Jahren bei einer Weltraummission verschwundener Vater (Tommy Lee Jones) noch am Leben sei -- er forschte damals in der Gegend des Neptuns nach Ausserirdischen. Als nun Energiewellen das gesamte Sonnensystem gefährden, muss Roy selbst zum Neptun fliegen.

Wenn man eine gefühlskalte Hauptfigur auf Reisen schickt, ist das für einen geschätzte 87 Millionen Dollar teuren Blockbuster eine Zitterpartie. Umso mehr, als Produzent und Hauptdarsteller Brad Pitt nicht gerade als versierter Charakterdarsteller bekannt ist. «Ad Astra» will Unterhaltung sein und zugleich Sinnsuche und Introspektion. Das wirkt schwerelos und beschwerlich zugleich. (zas)

Abaton, Arena, Corso, Kosmos

The Angry Birds Movie 2

Von Thurop Van Orman und John Rice, USA/Fi 2019; 97 min.Animation

Die fröhliche Heldenfeier ist vorbei, die Angry Birds müssen umdenken im zweiten Teil: Eine dritte Insel ist unvermutet aufgetaucht, also müssen die Vögel sich mit den Schweinen gegen den neuen gemeinsamen Feind verbünden. Der Feind ist lila, heisst Zeta und hat auf seiner Polarinsel ein strenges Terrorregime installiert.

Der Film findet mühelos zur wilden Anarchie der frühesten Zeichentrickfilme zurück und ist eine coole Abwechslung zwischen all den Disney- und Pixar-Stücken, die so clever balancieren zwischen Psychologie und Raffinesse. Dagegen finden in «The Angry Birds Movie 2» Entscheidende Momente auf dem Klo statt. (SZ)

Abaton, Arena, Capitol, Corso

Death in Sarajevo

Von Danis Tanovic, F/Bos 2016; 85 min.Drama

Am 28. Juni 2014: Der hundertste Jahrestag des Attentats an Franz Ferdinand. Im Hotel Europa in Sarajevo laufen Vorbereitungen zu einer Gedenkfeier mit wichtigen Gästen aus der EU. Aber das Personal droht mit Streik, und auf der Dachterrasse gerät eine TV-Moderatorin in eine gefährliche Situation.

Der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy schrieb mit «Hôtel Europe» ein Theaterstück, in dem ein französischer Intellektueller über das Scheitern von Europa monologisiert – der bosnische Regisseur Danis Tanovi? («No Man’s Land») weitete es aus zu einem Panorama der Konflikte auf dem Balkan. Dynamisch gefilmt und lehrreich, aber auch thesenhaft und mitunter ärgerlich platt. (ggs)

Xenix

Downton Abbey

Von Michael Engler, GB 2019; 122 min.Historienfilm

1927: Das Königspaar kündigt seinen Besuch auf Downton Abbey an, was für allgemeine Erregung und hektische Betriebsamkeit sorgt. Doch dann sieht sich die treue Dienerschaft durch die königlichen Bediensteten marginalisiert. Das wollen Mr Carson und Co. nicht auf sich sitzen lassen.

Die Kino-Fortsetzung der beliebten britischen TV-Serie ist ein in Nostalgie und Zuckerwatte gepacktes Geschenk an die weltweite Fangemeinde: Fast jede der 20 Hauptfiguren kriegt ihren Handlungsstrang, der sich zuverlässig und in atemberaubender Geschwindigkeit in Wohlgefallen auflöst -- auch wenn dabei das letzte Bisschen Glaubwürdigkeit flöten geht. jum)

Abaton, Arena, Arthouse Alba, Corso, Kosmos

Rambo: Last Blood

John Rambo (Sylvester Stallone) lebt seit einigen Jahren friedlich auf der Pferderanch seines Vaters in Arizona. Als die Enkelin seiner Haushälterin in Mexiko von Menschenhändlern entführt und als Sexsklavin gehalten wird, ist es aber Zeit für Rache.

Die drei Sequels, «Rambo: First Blood Part II» (1985), «Rambo III» (1988) und «Rambo» (2008) haben mit ihrem neoimperialen Gemetzel die Sicht ziemlich verstellt auf den tief verwundeten Kämpfer aus dem ersten Film von 1982. «Last Blood» versucht wieder stärker an diese traumatisierte Figur anzuschliessen. Schon sehr schlicht, aber anrührend gleichwohl. (blu)

Abaton, Arena, Metropol

The Song of Mary Blane

Von Bruno Moll, CH 2019; 85 min.Dokumentarfilm

Der Schweizer Maler Frank Buchser (1828--1890) war eine erstaunliche Figur. Er ritt 1858 als Einheimischer verkleidet in die für Christen verbotene Stadt Fès, und in den USA entwickelte er Sympathien für Indianer und die schwarze Bevölkerung -- was für die damalige Zeit bemerkenswert war.

Bruno Moll («Pizza Bethlehem») erzählt Buchsers Vita anhand von dessen Tagebucheinträgen. Zudem ist der Filmemacher an die Schauplätze von damals gereist und kontrastiert diese Aufnahmen mit Gemälden und Archivfotos. Spannender als das Visuelle ist in Molls Dokumentarfilm jedoch die Erzählebene, die das faszinierende Bild eines schillernden Charakters entstehen lässt. (reg)

Arthouse Piccadilly

Tambour battant

Von François-Christophe Marzal, CH 2019; 90 min.Komödie

Wallis, 1970: Ein Dorf ist in Aufruhr wegen der zerstrittenen Blaskapelle. Die einen halten zum altbackenen Kapellmeister Aloys (Pierre Mifsud), die anderen wollen ihn durch den Rocker Pierre (Pascal Demolon) ersetzen. Zu allem Überfluss steht die Abstimmung über das Frauenstimmrecht bevor.

Anhand des Kapellenstreits greift die Komödie mit einem Augenzwinkern Diskussionen um das Frauenstimmrecht und um italienische Gastarbeiter auf. Das geht in Ordnung, der Film soll in erster Linie unterhalten. Trotzdem wünscht man sich, er wäre in seiner Ausführung etwas frecher. (dpo)

Arthouse Movie, Houdini

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch