Zum Primoballerino gemacht

Im Film «Yuli» wird ein Junge vom Vater in die Ballettschule geprügelt. Dabei macht diesem das Tanzen keinen Spass.

Die Geschichte von Carlos wird in «Yuli» erzählt.

Die Geschichte von Carlos wird in «Yuli» erzählt.

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Er ist so ziemlich das Gegenteil von Billy Elliot: Carlos, genannt Yuli, will sich mit Freunden raufen und Fussball spielen in den Strassen von Havanna; will wild sein, unabhängig und cool. Doch sein Vater, ein armer Lastwagenfahrer und Nachkomme kubanischer Sklaven, hat andere Pläne: Er zwingt den begabten Jungen zum Besuch der staatlichen Ballettschule – wenns sein muss, mit Schlägen.

Und obwohl Yuli durch beispiellose Widerborstigkeit und Disziplinlosigkeit auffällt, wird er schliesslich zu einem der berühmtesten Balletttänzer unserer Gegenwart. Doch ob das zum Lebens­glück ­genügt?

Opfer seines Talentes: Yuli im gleichnamigen Film. Video: YouTube/Filmcoopi Zürich

Die spanische Regisseurin Icíar Bollaín («También la lluvia») und ihr Ehemann, der britische Drehbuchautor Paul Laverty («I, Daniel Blake»), haben sich für dieses Konglomerat aus Sozialdrama, Biopic und Tanzfilm von der Auto­biografie «No Way Home» des kubanischen Tänzers Carlos Acosta inspirieren lassen.

Man schliesst den kleinen Edilson Manuel Olbera Nuñez, der den späteren Bühnenstar in seiner Jugend spielt, sofort ins Herz. Wenn dieser dann vom Entlein zum Schwan heranwächst, übernimmt der auch schau­spielerisch begabte Tänzer Keyvin Martínez die Rolle des Tanz­künstlers.

Vor allem aber ist Acosta auch selbst zu sehen: in Archiv­aufnahmen ebenso wie in der ­Rahmenhandlung, in der er sich als Choreograf mit seinen Erinner­­ungen auseinandersetzt. Die spek­taku­lären Tanzaufnahmen fügen dieser Lebenserzählung, in der sich auch 40 Jahre kubanische Geschichte spiegeln, die Ebenen des Unaussprechlichen hinzu: Sie erzählen von Angst und Einsamkeit eben­-­­so wie von Carlos Acostas Flucht in die Kunst.

Piccadilly
Stadelhofen
Do–Di 14 Uhr, 18.20 Uhr, 20.40 Uhr,
Mi 13.50 Uhr, 18.20 Uhr, 20.50 Uhr
www.arthouse.ch

(Züritipp)

Erstellt: 13.03.2019, 13:06 Uhr

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