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Zurück in Teheran

Nach einem Paris-Abstecher inszenierte der Oscargewinner Asghar Farhadi das Sozialdrama «The Salesman» in der Heimat.

Dieses Teheraner Ehepaar bangt um seine Wohnung.
Dieses Teheraner Ehepaar bangt um seine Wohnung.

Seit dem Oscar ist alles anders. «Wenn ich mein Haus in Teheran verlasse, werde ich auf der Strasse gefeiert wie ein Fussballer», erzählt der 44-jährige Asghar Farhadi, der 2012 mit seinem Meisterwerk «A Separation» die Trophäe für den besten fremdsprachigen Film in den Iran geholt hatte. Er selber entging danach dem Rummel, indem er «Le passé» in Frankreich drehte und ein weiteres Projekt in Spanien vorbereitete: «Damit gab es Terminschwierigkeiten, weshalb ich diesen kleinen Film vor meiner Haus­tür da­zwischen schob.»

Der «kleine Film» heisst «Forushande», läuft bei uns unter dem englischen Titel «The Salesman», und die Theateranspielung an den «Tod eines Handlungsreisenden» von Arthur Miller ist nicht zufällig: Das iranische Ehepaar, das im Zentrum steht, spielt das Stück auf einer Teheraner Amateurbühne. Seine Probleme beginnen aber zu Hause, wo die beiden fluchtartig die eigene Wohnung verlassen müssen, weil diese wegen reger Bautätigkeit in der Nachbarschaft zusammenzufallen droht. (Farhadi: «Das geschieht fast jeden Tag irgendwo in der Stadt.») Unerbittlich greifen von da an die Räderwerke des Drehbuchs, eines ergibt das andere, kleine Dinge mit enormer Wirkung, und bald sind wir bei den grossen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit. Typisch Farhadi. Irgendwo habe er den Satz aufgeschnappt, «erniedrige mich nicht vor meiner Familie», und darum herum habe er diese Geschichte konstruiert, sagt der Regisseur. Und weshalb der «Handlungsreisende», diese Kritik am amerikanischen Traum der 1950er-Jahre? «Teheran ist eine Boom-Stadt wie New York damals. Überall wird gebaut. Aber bei solchem Wachstum gibt es stets auch Verlierer.» Ihnen ist dieser manchmal so fremde und doch so nahe Film gewidmet.

«The Salesman» läuft im Arthouse Piccadilly.

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