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Zwischen Liebe und Wut

Die Reihe «Black Light» am Filmpodium richtet das Augenmerk auf schwarzes Kino. Wir stellen fünf Highlights vor.

«La permission»: Der US-Soldat hat drei Tage Urlaub.
«La permission»: Der US-Soldat hat drei Tage Urlaub.

La permission

Von Melvin Van Peebles, F 1968, 87 min.Drama

Ein schwarzer amerikanischer Soldat (Harry Baird) erhält drei Tage Urlaub, verliebt sich in Paris beim Tanzen in eine weisse Französin (Nicole Berger) und fährt mit ihr ans Meer. Das könnte eine Liebesgeschichte sein – ist es teilweise auch –, aber der US-amerikanische Regisseur Melvin Van Peebles hat in seinem ersten Kinofilm anderes vor: Er denunziert den alltäglichen Rassismus, nicht laut schreiend, sondern schleichend, sprunghaft. Und somit umso eindringlicher. (ml)

Mo 21.10., 21 Uhr; Di 22.10., 18.15 Uhr; Mi 30.10., 15 Uhr

Coffy

Von Jack Hill, USA 1973, 90 min.Blaxploitation

Drogendealer haben ihre kleine Schwester abhängig gemacht, dafür nimmt die Krankenschwester Coffy (Pam Grier) nun Rache an den Verbrechern. Zimperlich geht sie dabei nicht vor: So beginnt der Film damit, wie sie einem Gangster mit der Schrot­flinte das Gesicht wegschiesst. Ziemlich trashig, aber lustig. Pam Grier wurde mit dem Rachethriller zum Star des Blaxploitation-Genres. Jahre später setzte ihr Quentin Tarantino mit «Jackie Brown» (1997) ein Denkmal. (ggs)

Sa 2.11., 20.45 Uhr; So 10.11., 18.15 Uhr «Jackie Brown»: Fr 8.11., 15 Uhr; So 10.11., 20.45 Uhr

Touki Bouki

Von Djibril Diop Mambéty, Sen 1973, 89 min.Komödie

Ein junger Hirte (Magaye Niang) hat die Nase voll vom Leben in Senegal – mit seiner Freundin (Mareme Niang) will er nach Frankreich. Freilich fehlt den beiden das Geld für die Überfahrt, also versuchen sie es mit Diebstahl. «Touki Bouki» ist eine Satire mit viel Symbolik, der Regisseur experimentiert wild herum. Da kommt zum Beispiel immer wieder ein frech zusammengeschnittener Ausschnitt aus Josephine Bakers Lied «Paris, Paris» – ein Sirenengesang, der zunehmend hohl klingt. (ggs)

Sa 19.10., 20.45 Uhr; Fr 25.10., 15 Uhr

Losing Ground

Von Kathleen Collins, USA 1982, 86 min.Drama

Das ist einer der ersten Filme einer afroamerikanischen Regisseurin. Heute wirkt er zugleich aus der Zeit gefallen und aktuell. Und wann hat man je ein Beziehungsdrama mit einer schwarzen Philosophieprofessorin als Hauptfigur gesehen? Collins starb wenig später an Brustkrebs; in ihrem einzigen Langfilm denkt sie so klug wie leicht über Rassismus und Kunst nach. Und sie hält eine Wutrede auf den Penis, die könnte man gleich auf alle Frauenstreik-Plakate drucken. (blu)

Fr 18.10., 15 Uhr; Sa 9.11., 20.45 Uhr, Einführung: Sarah Owens

Boyz n the Hood

Von John Singleton, USA 1991, 112 min.Drama

In South Central Los Angeles sind Bandenkriege an der Tagesordnung. Der junge Tré (Cuba Gooding Jr.) wächst bei seinem Vater auf, da ihn seine Mutter nach einer Schulhofprügelei abgeschoben hat. Das Debüt des im April gestorbenen John Singleton, ein Meilenstein des New Black Cinema, ist dicht an der Realität gebaut, der Regisseur beschäftigte lokale Gangmitglieder als Berater. Und dem Ensemble entwuchsen neben Gooding Jr. weitere Stars wie Laurence Fishburne und Angela Bassett. (zas)

So 27.10., 20.45 Uhr; Mi 13.11., 18.15 Uhr

Black Light

Mo 7.10.– Fr 15.11. Filmpodium Nüschelerstr. 11www.filmpodium.ch

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