57 Jahre Weltgeschichte in 120 Fotos

Die neue Schau «Striking Moments» in der Photobastei zeigt ikonische Bilder aus den letzten Jahrzehnten.

Jährte sich vor kurzem zum 30. Mal: Der Fall der Berliner Mauer.

Jährte sich vor kurzem zum 30. Mal: Der Fall der Berliner Mauer. Bild: ose Giribas Marambio?/?zvg

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Können Sie sich erinnern, wo Sie waren, als die Mauer fiel? Als John F. Kennedy erschossen wurde? Und als der erste Mensch den Mond betrat? Welches Bild kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Stichwort «Tiananmen-Massaker» hören?

Unsere Erinnerungen an Geschehnisse, die die Welt in Atem hielten, sind oft an Bilder – Fotografien oder Fernsehaufnahmen – geknüpft. Und einige davon sind zu Ikonen geworden. Jeff Wideners Bild des Mannes vor vier riesigen Panzern auf dem Tiananmen-Platz etwa. Oder René Burris Porträt von Che Guevara, das heute von Postkarten bis Tassen so ziemlich alles ziert. Und anders als im Fall von Burri, den man weit über die Kunstszene hinaus kennt, sind die Namen vieler Fotografen, die Bilder machten, die heute in unser aller Köpfe sind, kaum bekannt.

Der Fotograf als Erzähler

Dabei waren die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Hochblüte des Fotojournalismus: Magazine wie «Life», «Time Magazine», «Paris Match» oder «Stern» druckten seitenlange Reportagen aus Krisengebieten und unbekannten Ländern. Der Fotograf (es waren tatsächlich fast ausschliesslich Männer) war dabei der Erzähler, der den Menschen den Blick durch das Schlüsselloch in fremde und ferne Welten ermöglichte.

Natürlich hat dieser Blick, das geliehene Auge des Fotografen, viel mit Mythos zu tun. Doch es war in diesen Prä-Internet-Jahren eine der wenigen Möglichkeiten, hier in der Schweiz zum Beispiel vom Krieg in Kambodscha oder der Lebenswelt in Kuba zu erfahren.

Alte Ausstellung

Die Schau, die nun in der Photobastei zu sehen ist, ist nicht neu – im Gegenteil. Die meisten der 120 Fotografien, die zwischen 1932 und 1989 entstanden und nun in Zürich zu sehen sind, wurden bereits vor dreissig Jahren gezeigt. Die Ausstellung hiess damals «In Our Time – The World as Seen by Magnum Photographers» und vereinte, wie der Name sagt, 300 Bilder der bis heute wichtigsten Fotografen-Kooperation Magnum Photos.

Dieser gehörten auch die beiden Schweizer Werner Bischof und eben René Burri an, deren Fotografien nun ebenfalls in der Photobastei zu sehen sein werden. Dass die dazugehörige Publikation, die noch immer verlegt wird, heute zu einem Nachschlagewerk für Fotografiegeschichte und geschichtliche Ereignisse gilt, wundert deshalb nicht.

PhotoBastei
Sihlquai 125
Vernissage: Do 28.11. ab 18 Uhr
Bis 15.3.2020
Mi–Sa 12–21 Uhr, So 12–18 Uhr
Eintritt 12 / 8 Franken
www.photobastei.ch

Erstellt: 28.11.2019, 17:34 Uhr

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